Medizin

Nach „Presse“-Recherchen: Stadt Wien verurteilt Sexismus im Spital

Auf dem Weg in den OP: Immer wieder erleben sie dort unangenehme Situationen, berichten Ärztinnen.
Auf dem Weg in den OP: Immer wieder erleben sie dort unangenehme Situationen, berichten Ärztinnen. Getty/Johnny Greig
  • Drucken

Der Gesundheitsverbund erinnert in einem Mail Führungskräfte an ihre Verantwortung. Eine neue Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Ärztinnen erlebten bereits anzügliche Bemerkungen, mehr als die Hälfte wurden durch Vorgesetzte ungleich behandelt.

Unangemessene Witze, abwertende Bemerkungen, Fragen nach dem Sexleben im Nachtdienst oder die gemeinsame Essensbestellung, die zum unfreiwilligen Candlelight-Dinner mit dem Vorgesetzten wird. „Sittenbild in Weiß“ lautete der Titel der „Presse am Sonntag“, der Sexismus in der Medizin, insbesondere in Spitälern, thematisierte – und durchaus für Echo sorgte.

Ärztinnen hatte darin auf Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht, die mitunter ganze Berufswege beeinflussen, etwa wenn gewisse Abteilungen und Fächer von Ärztinnen letztlich gemieden werden. Virulent sei das Thema auch deshalb, weil insbesondere Studentinnen und junge Ärztinnen betroffen seien, die in ihrer Ausbildung und ihrem beruflichen Fortkommen von ihren Vorgesetzten abhängig sind.

Die Runde gemacht hat der Artikel auch im Wiener Gesundheitsverbund: Wie die „Presse“ erfuhr, nutzte dieser den Bericht, um in einem internen Rundmail auf das Thema aufmerksam zu machen. Ergangen war das E-Mail, das auch einen expliziten Verweis auf den „Presse am Sonntag“-Artikel enthielt, u. a. an die Ärztlichen Direktionen, die sogenannten Kollegialen Führungen der Spitäler sowie die Leitungen der Geriatriezentren und Pflegewohnhäuser der Stadt Wien mit sozialmedizinischer Betreuung.


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.