Statt seine Abhängigkeit vom Kreml zu beenden, zahlt Europa Moskau Milliarden für eine Rekordmenge an russischem Flüssiggas.
Wien. Politisch ist die Sache durch: Wladimir Putin hat sich und sein Land mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine in den Augen der europäischen Regierungschefs als Gaslieferant disqualifiziert. Spätestens seit der Energiekrise des Vorjahrs steht das Ende der Rohstoffabhängigkeit von Russland offiziell ganz oben auf der Agenda der Union.
Tatsächlich konnte Brüssel rasch erste Erfolge vorweisen: Dass die Gasimporte aus Russland von 40 auf neun Prozent gefallen waren, bejubelte man schon vor einem Jahr. Länder wie Österreich, die immer noch zwei Drittel ihres Gases in Moskau kaufen, mussten einiges an Kritik einstecken. Doch nun stellt sich heraus: Auch der Rest Europas ist Moskau näher geblieben als bisher gedacht.