Umgestaltung

Christian-Broda-Platz: Wieder ein Fleckerl Grün für Wien

25 neue Bäume sollen auf dem Christian-Broda-Platz wachsen.
25 neue Bäume sollen auf dem Christian-Broda-Platz wachsen.Inés Bacher
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Der Christian-Broda-Platz zwischen Gürtel und Mariahilfer Straße bekommt mehr Bäume und schimmernden Pflasterstein. Alkohol- und Drogenkranke sollen bleiben dürfen.

Da ein cooler Platz, dort mehr Bäume in einer Straße: Die Spur der Umgestaltungsoffensive der rot-pinken Stadtregierung zieht sich weiter durch Wien. „Raus aus dem Asphalt“ lautet das hehre und – man hat es in den vergangenen Wochen wieder gemerkt – bitter notwendige Ziel, das sich insbesondere Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) gesteckt hat. Doch auch nach fast drei Jahren im Amt lässt die Spur eher einen Fleckerlteppich zurück, als dass man einen großen Begrünungsplan für das Stadtgebiet erkennen könnte.

Nun bekommt der Wiener Teppich also wieder einen Flecken Grün, diesmal auf dem Christian-Broda-Platz. Dieser hat auch wirklich Bedarf an einer Verjüngungskur. Obwohl erst 2008 zuletzt umgestaltet, regiert auf dem Platz zwischen Gürtel und Innerer Mariahilfer Straße hauptsächlich der Beton, gegen den die spärliche Vertikalbegrünung und vereinzelte Bäume nicht wirklich eine Chance hatten.

Visualisierung des umgestalteten Christian-Broda-Platz
Visualisierung des umgestalteten Christian-Broda-PlatzCarla Lo Landschaftsarchitektur

Das soll sich ab Frühjahr 2024 ändern, wenn der Umbau startet. Wer schon das eine oder andere umgestaltete Fleckerl kennt, dem mag es bekannt vorkommen: Der Beton kommt weg und wird durch Pflaster ersetzt, der hell, rutschfest, robust ist und – das ist tatsächlich recht neu – in der Nacht schimmern soll. Zusätzlich werden neben großen Grünflächen 25 neue Bäume gepflanzt. Das sei mit der direkt darunter liegenden U-Bahn und der Tiefgarage gar nicht so einfach gewesen, sagte Sima am Mittwoch bei der Präsentation der Pläne. Für zusätzliche Beschattung sollen jene Sonnensegel sorgen, die auch bisher schon an den auf dem Platz verteilten roten Masten hingen. Kaum eine Wienerin weiß wohl, dass diese Installationen Segelschiffen nachempfunden waren, was wohl daran liegt, dass sie paradoxerweise bei starkem Wind nicht ausgerollt werden konnten. Mit weniger, dafür stärkeren Masten soll das auf dem windigen Platz in Zukunft leichter gehen.

Außerdem werden auch die bestehenden Radstreifen zwischen Gürtel und Stumpergasse in zwei Meter breite, baulich getrennte Radwege umgebaut. Dies soll schon ab November passieren.

Und dann sind da noch die Fugen, auf die Markus Rumelhart, SPÖ-Bezirksvorsteher von Mariahilf, besonders stolz zu sein scheint. Auf einem Teil des Platzes werde man mehr Platz zwischen den Pflastersteinen lassen, um dort Rasen wachsen zu lassen und zusätzlich zu begrünen und damit zu kühlen. Klingt simpel, für die Stadtplaner war dies offenbar eine gröbere Herausforderung, nicht zuletzt wegen Fragen von Schneeräumung und Barrierefreiheit. „Das hat uns ein halbes Jahr zurückgeworfen“, so Sima. Nun kommen die Rasenfugen, die wie auch andere Grünflächen automatisch bewässert werden, aber doch, „als Pilotprojekt“. Drei Wasserspiele, vier Nebelstelen und zwei zusätzliche Trinkbrunnen komplettieren das Ensemble, das den Christian-Broda-Platz zu einem angenehmeren Ort zum Verweilen machen soll.

Junkies nicht verdrängen

Wobei auch bisher Menschen hier verweilten, wie Anrainer Bernhard Holubar beim Vorbeigehen den Stadtvertretern klarmachen wollte. „Hier sind jeden Abend so viele Junkies, Alkoholkranke, arme Menschen. Das ist im letzten Jahr schlimmer geworden.“ Wohl fühle er sich hier nicht mehr. „Aber da wird weggeschaut, anstatt ihnen zu helfen“, sagt Holubar zur „Presse“.

Werde weggeschaut? „Wir haben vor der Planung natürlich die verschiedenen Gruppierungen erfasst. Aber es ist immer noch ein öffentlicher Raum. Niemand soll mit der Umgestaltung verdrängt werden“, sagt die verantwortliche Landschaftsarchitektin Carla Lo. Dennoch seien Sitzgelegenheiten etwa so geplant worden, dass sie „nicht zur Gruppenbildung“ animieren. Der Platz sei groß genug, dass man ausweichen und sich aus dem Weg gehen könne, so Lo.

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