IFA

Für die Elektronikbranche soll es jetzt wieder bergauf gehen

APA / AFP / Odd Andersen
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Mit neuen und vor allem auch nachhaltigen Produkten will die Elektronikbranche die Umsätze wieder nach oben kurbeln. Nicht alle werden von der Trendwende profitieren können.

Die IFA in Berlin startet und ein Jahr vor ihrem 100. Geburtstag steht die Branche erneut vor einem Umbruch. Die Corona-Pandemie sitzt der Unterhaltungselektronik und Haushaltstechnik noch tief in den Knochen. Nach einem Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr sollen heuer die Umsätze wieder steigen. Vor allem in Deutschland und Westeuropa. Die Erholung werde aber unterschiedlich ausfallen, sagt die Geschäftsführerin des Branchenverbandes gfu, Sara Warneke, am Mittwoch vor Beginn der Messe IFA in Berlin. Westeuropa liege dabei im Mittelfeld.

Während der Corona-Pandemie hatten die Hersteller von TV-Geräten, Sound-Systemen und anderer Unterhaltungselektronik weltweit ihre Umsätze mit zweistelligen Wachstumsraten steigern können. Auch die Geschäfte mit Haushaltstechnik wie Waschmaschinen und Kühlschränken boomten. Die Hersteller gingen irgendwie davon aus, dass dieses Schlaraffenland ewig anhalten würde. „Doch dann erlebten wir ein jähes Ende des Wachstums“, sagte Warneke. Doch mit der Rückkehr in die Büros und Schulen dieser Welt verlagerten sich auch wieder die Prioritäten. Das Aufrüsten des Eigenheims stand nicht mehr ganz oben auf der Liste. Hinzu kommen Ukraine-Krieg und Inflation.

Umkehr des Abwärtstrends

Auch im ersten Halbjahr 2023 verzeichneten den Zahlen der gfu zufolge noch fast alle Weltregionen Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr. Nur im Nahen Osten und Afrika stieg der Umsatz um 4,9 Prozent auf rund 25 Milliarden Euro. In Westeuropa schrumpfte das Geschäft hingegen um 6,2 Prozent auf rund 84 Milliarden Euro. In Osteuropa fiel der Rückgang mit minus 19,2 Prozent besonders krass aus. Der IFA-Veranstalter gfu sieht allerdings Licht am Ende des Tunnels: „Ab November 2022 sieht man eine Umkehr der negativen Entwicklung, die Ende 2021 eingesetzt hatte.“ Die Märkte stabilisierten und normalisierten sich, sagte Warneke.

Nach Einschätzung des Branchenverbandes werden Marken-Produkte es beim Wiederaufschwung leichter haben als No-Name-Geräte. „In unsicheren und krisenbehafteten Zeiten suchen die Konsumentinnen und Konsumenten Sicherheit bei Marken“, sagte Warneke. Außerdem werde Nachhaltigkeit mehr und mehr zum entscheidenden Kaufkriterium, besonders bei der jüngeren Generation. Nachhaltigkeit sei nicht mehr nur eine aufgestellte Behauptung bei der Vermarktung, sondern ein überprüfbarer Standard.

Zwischen Nachhaltigkeit und Mikroplastik-Filtern

Das lässt sich auf der Messe erkennen: Samsung präsentierte am Donnerstag bereits einen Aufsatz für seine Waschmaschinen mit einem Mikroplastik-Filter. Dieser müsse nur alle 30 Waschgänge gereinigt werden und verhindere damit, dass Mikroplastik in der Waschmaschine ausgespült und in weiterer Folge ins Meer gelangt. Nach eigenen Angaben gelingt diesem kleinen Turm 98 Prozent des Mikroplastiks zu filtern. Der Filter ist für knapp 200 Euro erhältlich. Das dafür nötige Waschprogramm ist in den WiFi-fähigen und mit „Ecobubble“ ausgestatteten Samsung Maschinen verfügbar und muss zu jedem Waschgang separat aktiviert werden.

Doch Samsung ist nicht der einzige Hersteller, der auf Mikroplastik-Filter für Waschmaschinen setzt. Immerhin gelange allein durch das Waschen der Kleidung, die aus zahlreichen synthetischen Stoffen bestehen, jährlich mehr als 500.000 Tonnen Mikroplastik in die Meere. Ein lukratives Geschäft für Elektro-Hersteller.

Die IFA Berlin, Europas größte Messe für Unterhaltungselektronik und Haushaltstechnik, geht an diesem Freitag (1.9.) mit deutlich mehr Ausstellern an den Start als 2022. 2059 Aussteller aus 48 Ländern präsentierten ihre Neuheiten. Die gfu ist die Markenrechtsinhaberin der IFA und veranstaltet die Messe mit der britischen Clarion-Gruppe. Die Messe Berlin stellt lediglich das Veranstaltungsgelände am Berliner Funkturm zur Verfügung. (stein/APA/DPA)

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