Handel

Chinas Angst vor verstrahltem Sushi

China boykottiert den Import von japanischem Meeresfrüchten. Das führt zu diplomatischen Spannungen.
China boykottiert den Import von japanischem Meeresfrüchten. Das führt zu diplomatischen Spannungen.APA / AFP / Philip Fong
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Nachdem Japan kontaminiertes Wasser aus Fukushima ins Meer geleitet hat, verhängte China ein Einfuhrverbot auf japanische Meeresfrüchte und Fische. Tokio überlegt WTO-Klage.

Zwei Wochen ist es nun her, dass die japanischen Behörden begonnen haben, radioaktives Wasser aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima ins Meer abzuleiten. Auf dem Gelände der 2011 bei einem Tsunami zerstörten Atomruine gehe der Platz zur Lagerung des kontaminierten Kühlwassers aus. Die Ableitung des Wassers in den Pazifischen Ozean sei deswegen eine Angelegenheit, die „nicht aufgeschoben werden kann“, so der konservative Regierungschef Fumio Kishida. Die Mengen würden die Meerwasserqualität nicht wesentlich beeinträchtigen, argumentierte man in Tokio den nötigen Schritt. Grünes Licht gab es dafür auch von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA): der Schritt stehe im Einklang mit globalen Sicherheitsstandards, die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt seien „vernachlässigbar“.

Rund 2000 Kilometer westlich von Fukushima will man das nicht glauben. Noch am selben Tag verkündete die Regierung in Peking, ab sofort den Import von Meeresfrüchten und Fischen aus Japan zu stoppen. Wohlgemerkt: Nicht nur aus der Region Fukushima, sondern aus dem ganzen Land. Dabei geht es um Importe im Wert von jährlich 600 Mio. US-Dollar. Für Tokio ist der Handelsboykott alles andere als unheikel, auf China entfällt rund die Hälfte der Meeresfrüchteexporte des Landes.

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