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Smartwatches: Fans warten auf Apple und Samsung

Smartwatches Fans warten Apple
Smartwatches Fans warten Apple(c) REUTERS (� Tobias Schwarz / Reuters)
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Analysten schnuppern hinter den Uhren mit Verbindung zum Smartphone einen großen Markt und Samsung und Apple könnten ihn ankurbeln.

Analysten wittern hinter dem jungen Hype um "intelligente" Armbanduhren das große Geschäft. Die mit diversten Sensoren und einer Verbindung zum Smartphone ausgestatteten "Smartwatches" könnten im kommenden Jahr einen Absatzsprung durchmachen, glauben Marktforscher. Rund fünf Millionen dürften 2014 verkauft werden, schätzt etwa die Analyse-Firma Canalys. Das wären zehn Mal mehr als dieses Jahr. Grund für die freudige Verzückung dürften die Gerüchte um einen Einstieg der beiden Branchen-Größen Apple und Samsung sein. Beide Hersteller könnten heuer das Handgelenk ihrer zahlreichen Smartphone-Kunden ins Visier nehmen.

Um ein mögliches Produkt von Samsung verdichten sich die Gerüchte, seit auf einer Samsung-Website kurz der Begriff "Galaxy Gear" aufgetaucht ist. Der Blog "GigaOM" berichtet, dass die Smartwatch einen Touchscreen von etwa 2,5 Zoll Diagonale haben könnte. Lautsprecher und Kamera sollen auch an Bord sein. Präsentiert werden könnte die Uhr im Rahmen der Tech-Messe IFA, die Anfang September in Berlin stattfindet. Zur selben Zeit könnte - gerüchteweise - auch Apple das oder die nächsten iPhone(s) und vielleicht eine "iWatch" vorstellen. Bestätigt hat die Gerüchte keiner der beiden Hersteller.

Noch ist das Angebot überschaubar

Smartwatches der beiden Großen könnten jedenfalls den derzeit noch überschaubaren Markt kräftig ankurbeln. Derizeit gibt es neben Sonys Smartwatch eher kleinere Projekte. So versuchte sich zum Beispiel Microsoft schon 2004 an der SPOT-Watch (Smart Personal Object Technology), die sich eine Plattform mit anderen intelligenten Alltagsgeräten wie Kaffeemaschinen oder Wetterstationen teilen sollte. Während der Windows-Riese das Konzept 2008 wieder aufgab, brachten verschiedene Hersteller regelmäßig Telefon-Uhren auf den Markt. Und auch jetzt gibt es eine immer breitere Auswahl von Handgelenk-Computern verschiedener Anbieter. Neben smarten Uhren von Sony und Motorola gibt es etwa die von Nutzern finanzierte "Pebble" oder die "i'm watch" aus Italien.

Diese Geräte sorgten für viel Aufmerksamkeit, haben jedoch einige potenziell entscheidende Schwächen. Zum einen sind da die Einschränkungen bei der Verzahnung mit dem Smartphone. "Besonders bei Apple-Geräten trifft man schnell auf eine Mauer", sagt ein Smartwatch-Softwareentwickler. So kann man zwar Benachrichtigungen wie SMS oder Facebook-Mitteilungen auf der Computeruhr angezeigt bekommen, aber nicht die Lautstärke des Musik-Players auf dem Apple-Handy verändern. Ein weiteres Problem sind die kurzen Batterielaufzeiten. Und die Produktionskapazitäten: Einige "Pebble"-Unterstützer warten nach Monaten immer noch auf ihre Geräte.

Apple, Samsung: Milliarden-Forschungsbudgets

Die Giganten Apple und Samsung sind da in einer anderen Position. Beide haben Milliarden-Forschungsbudgets und große Entwicklungsabteilungen. Apple kontrolliert Software und Geräte aus seinem Haus und hat damit freie Hand bei der Gestaltung der Funktionen. Auch Samsung will laut Medienberichten Apps für die Galaxy-Uhr über eine eigene Download-Plattform anbieten. Beide Hersteller könnten eine Computer-Uhr mit anderen Mobilgeräten wie Handys und Tablets aus dem eigenen Hause verzahnen.

Bei Apple erklärte Konzernchef Tim Cook im Frühjahr ungewöhnlich offenherzig, Geräte am Handgelenk seien ein "interessanter Bereich". In mehreren Ländern sicherte sich Apple den Markennamen "iWatch". Ein Fokus dürfte auf Sport-Funktionen liegen: So soll Fitness-Experte Jay Blahnik, der maßgeblich an der Entwicklung von Nikes Daten-Armband FuelBand beteiligt war, jetzt bei Apple sein. Auch bei der Samsung-Uhr sollen Sensoren den Einsatz als Fitness-Accessoire ermöglichen.

 

 

 

(APA/dpa/sg)