Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Kritik an "gekreuzigtem Huhn"

Katholische Kirche verurteilt gekreuzigtes
Katholische Kirche verurteilt gekreuzigtes(c) www.facebook.com/d.sengl
  • Drucken

Als "geschmacklose Gotteslästerung" bezeichnet eine den Pius-Brüdern nahestehende Website das gekreuzigte Huhn auf dem Ausstellungsplakat der Künstlerin Deborah Sengl. Die Ausstellung eröffnet am 23. August.

Die den von Rom getrennten Pius-Brüdern nahestehende Website www.katholisches.info protestiert dieser Tage gegen ein Ausstellungsplakat der österreichischen Künstlerin Deborah Sengl. Zu sehen ist ein Huhn mit Dornenkranz und Lendenschurz, das ans Kreuz geschlagen ist. Laut Sengl thematisiert das Bild "Tierleid in der Nahrungsproduktion" und macht mit dem Motiv Werbung für ihre Ausstellung, die ab 23. August in Wiener Neustadt zu sehen ist.

Die Bischöfe der Pius-Bruderschaft waren vom Papst wegen unerlaubter Priesterweihen exkommuniziert worden. Eine noch unter Benedikt XVI. angestrebte Versöhnung blieb trotz intensiver Bemühungen seitens des Vatikans erfolglos.

"Verachtung des gekreuzigten Christus"

Als "geschmacklose Gotteslästerung", "Verhöhnung des gekreuzigten Christus" und "künstlerisch wenig originell" bezeichnet diese Website das gekreuzigte Huhn. Das Bild ist Teil der 2012 geschaffenen Serie "Via Dolorosa", die den Leidensweg Christi in 14 Stationen zeigt. Man sieht allerdings nicht Jesu Christi als Märtyrer leiden, sondern ein Huhn.

Die Künstlerin möchte damit nicht den christlichen Glauben kritisieren, das Werk soll das Tierleid in der Nahrungsproduktion thematisieren, heißt es auf der Facebook-Seite des Museums. "Das Leid der tierischen Märtyrer erlöst uns Bewohner der westlichen Industrienationen vom Hunger - und den damit verbundenen Unruhen. Doch je satter die Menschen werden, desto stärker scheinen ihre Seelen zu hungern", so die Künstlerin .

Die Website sieht das allerdings anders. Für sie ist es eine klare "Fehlleistung" und empfindet auch den Ort der Ausstellung in einer ehemaligen Kirche in Wiener Neustadt als"geschmacklos".

Aktuelle Ausstellung

Deborah Sengl
Via Dolorosa, 2012 23. August bis 29. September 2013
Museum St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt
Website

Zur Künstlerin

Sengl zeigt in ihrer Kunst bevorzugt menschliche Gestalten, die Menschenköpfe ersetzt sie systematisch durch Tierköpfe. In den ersten Jahren ihres Schaffens wählte sie als Motive Tierstudien, Sport, Außenseiter, Militär und Polizei. Sie beschäftigt sich in ihren Werken mit "Tarnung und Täuschung", mit "Maskerade und Camouflage".

2006 entdeckte sie das Thema Religion für sich. Das Motiv des Wolfes im Schafspelz steigerte sie beispielsweise im Laufe der Jahre vom Schaf im Wolfspelz über das Wolfsschaf zum Schafspriester und Wolfspriester bis zum Wolfsschafpriester (und schließlich zum Wolfsschafpapst (siehe Bild). Das Bild "Selig die Unwissenden" schuf die Künstlerin 2011. Es zeigt den als Papst verkleideten Wolf im Schafspelz.

Katholische Kirche verurteilt gekreuzigtes
"Selig die Unwissenden", 2011(c) www.facebook.com/d.sengl

 

(Red.)