Vor allem aus Europas und Chinas Industrie kamen positive Impulse, die an den europäischen Aktienmärkten die Kauflaune der Anleger anregten.
Die Wiener Börse hat sich heute, Donnerstag, am Nachmittag bei gutem Volumen mit sehr fester Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.492,62 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 35,66 Punkten bzw. 1,45 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,00 Prozent, FTSE/London +0,76 Prozent und CAC-40/Paris +0,85 Prozent.
Vor allem aus Europas und Chinas Industrie kamen positive Impulse, die an den europäischen Aktienmärkten die Kauflaune der Anleger anregten: So verbesserten sich die Einkaufsmanagerindex für Industrie und bei Dienstleister im August so stark wie seit über zwei Jahren nicht mehr. In China stieg der Einkaufsmanagerindex der Industrie auf ein Viermonatshoch und signalisierte ein minimales Wachstum, während Ökonomen einen Rückgang vorausgesagt hatten.
Im Wiener prime market zeigten sich Rosenbauer mit einem Plus von 2,53 Prozent auf 56,39 Euro befestigt von ihrer vorbörslich präsentierten Halbjahresbilanz. Der Feuerwehrausrüster hatte im ersten Halbjahr 2013 dank verstärkter Exportlieferungen eine kräftige Gewinnsteigerung eingefahren. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 42 Prozent auf 16,8 Mio. Euro, die EBIT-Marge von 4,4 auf 5,0 Prozent.
Sehr fest zeigten sich ähnlich der Tendenz an den internationalen Handelsplätzen die Finanzwerte: Erste Group (plus 2,80 Prozent), Vienna Insurance (plus 2,64 Prozent) und Raiffeisen Bank International (RBI), die nach Zahlenvorlage um 2,40 Prozent höher bei 26,00 Euro tendierten. Dabei hat sich in der ersten Jahreshälfte der Gewinn der RBI mehr als halbiert. Mit 277 Mio. Euro lag der RBI-Nettogewinn bis Juni um 60,5 Prozent unter dem Vorjahr (701 Mio. Euro). In einer Reaktion hat der Konzern ein Einsparungsprogramm angekündigt, das über drei Jahre laufen soll. Ende September, Anfang Oktober soll es vorgestellt werden. Der Vorstand will einen "signifikanten" Betrag einsparen. Wieviele Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen werden, wurde am Donnerstag bei der Halbjahrespressekonferenz aber noch nicht beziffert.
Schwach reagierten Schoeller-Bleckman Oilfield (SBO) auf ihre heutige Bilanzvorlage, die Aktien rutschten mit minus 0,84 Prozent auf 81,31 Euro ins Hintertreffen. Der Nettogewinn des Konzerns fiel um 24,4 Prozent auf 28,1 Mio. Euro. Im Ausblick verweist SBO auf den von Marktanalysten für 2013 erwarteten Anstieg der Ausgaben für Exploration und Produktion von 9,9 Prozent gegenüber 2012. Die Experten der Baader Bank sehen in einer ersten Stellungnahme zu den SBO-Zahlen ihre Erholungserwartungen für den Auftragseingang durch den Lagerabbau bei Kunden gefährdet, insbesondere bei Hochpräzisionsteilen.
Nahezu unverändert zeigten sich Wienerberger nach Analystenstimmen bei 11,06 Euro. Zuvor gab es für den Baustoff- und Ziegelhersteller Abstufungen von den Analystenhäusern: Die Experten der Schweizer UBS senkten ihr Votum von "Buy" auf "Neutral", hoben jedoch ihr Kursziel von 10 auf 11 Euro. Die Analysten der RCB (Raiffeisen Centrobank) senkten ihre Empfehlung von "Hold" auf "Reduce" und beließen ihr Kursziel bei 10 Euro. Beide Analystenhäuser begründen die Abstufungen vorrangig mit dem hohen Preis, den die Wienerberger-Aktie nach ihren jüngsten Kurssprüngen derzeit hat.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 13.45 Uhr bei 2.494,30 Punkten, das Tagestief lag kurz nach Sitzungsbeginn bei 2.449,57 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 1,34 Prozent bei 1.221,48 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 23 Titel mit höheren Kursen, zehn mit tieferen und drei unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 2.093.306 (Vortag: 1.774.338) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 69,28 (55,19) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 399.328 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 20,18 Mio. Euro entspricht.
(APA)