Rosa Anstrich: Moskau fürchtet um Denkmäler in Sofia

Russland fuerchtet Soldatendenkmaeler Bulgarien
Denkmal für die "Roten Armee" in Sofia wurde rosa angestrichen

Russland ist über die "Schändung" eines sowjetischen "Heiligtums" in der bulgarischen Hauptstadt empört - und verlangt Schutzmaßnahmen.

Russland verlangt von Bulgarien mehr Schutz für Soldatendenkmäler und "nötige Maßnahmen" gegen Angriffe auf sowjetische "Heiligtümer". So zitierten bulgarische Medien den Leiter der Presseabteilung des russischen Außenamtes, Alexander Lukaschewitsch, nachdem in der Nacht auf Mittwoch Unbekannte das sowjetische Armeedenkmal im Zentrum der bulgarischen Hauptstadt Sofia rosa bemalten und eine Entschuldigung für den Einmarsch der Streitkräfte des Warschauer Pakts gegen den Prager Frühling im Jahr 1968 darauf schrieben.

Lukaschewitsch zeigte sich enttäuscht, dass die Behörden in Sofia bis dato nicht das Notwendige getan hätten, um solche Vandalenakte zu stoppen; es handle sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art. Man erwarte sich, dass die "Täter dieser Schändung" des Denkmals für die sowjetischen Soldaten, die bei der Befreiung Europas und Bulgariens von den Nazis gefallen seien, ausgeforscht und bestraft werden.

Zeitgleich schaltete der Gouverneur des Großraums Sofia, Rossen Milanow, die Staatsanwaltschaft ein. Diese leitete ein Strafverfahren gegen unbekannt wegen Hooliganismus ein. Den Tätern droht eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Das Denkmal ist laut Medienberichten inzwischen wieder gesäubert worden.

Kopftücher für Figuren

In den vergangenen Jahren hatten unbekannte "Künstler" das sowjetischen Armeedenkmal in Sofia für teils klar politische Aktionen genutzt. So bekamen die Figuren im Vorjahr Kopftücher verpasst - als Protest gegen die Festnahme der regierungskritischen, russischen Musikerinnen von "Pussy Riot".

Schon mehr als zwei Jahrzehnte dauert eine Kontroverse um das Monument. Gegner fordern seine Zerstörung oder Versetzung. Russland aber auch Gruppierungen ehemaliger Offiziere und Partisanen in Bulgarien sind dagegen.

(APA)