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Hypo klagt BayernLB auf Rückzahlung von 710 Mio. Euro

A man leaves the office of nationalised Austrian lender Hypo Alpe Adria in Vienna
Hypo Alpe AdriaREUTERS
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Die Hypo Alpe Adria geht davon aus, dass die Tilgung eines Kredits im Jahr 2008 unrechtmäßig war und fordert das Geld zurück.

Die Hypo Alpe Adria hat ihre frühere Mutter BayernLB am Donnerstag auf Zahlung von 710 Millionen Euro geklagt, berichtet der "Standard". Basis dafür ist ein Kredit aus dem Jahr 2008, genauer die erste Rückzahlung für den Kredit von Ende August 2008. Die Hypo geht davon aus, dass die Tilgung unrechtmäßig war und fordert das Geld zurück - hätte sie nun nicht geklagt, wäre der Anspruch verjährt. Wenig überraschend halten laut "Standard" die Bayern die Ansprüche für vollkommen unbegründet.

Die Hypo geht seit 2012 davon aus, dass auf einen Kredit der BayernLB aus dem Jahr 2008 über 2,3 Milliarden Euro das Eigenkapitalgesetz anzuwenden ist: Wenn eine Mutterfirma ihrer in einer Krise steckenden Tochter einen Kredit gewährt, darf dieser erst zurückgezahlt werden, wenn die Krise vorbei ist. Das sei 2008 sicher noch nicht der Fall gewesen. Daher hätte die damalige Rückzahlung nicht erfolgen dürfen, meinen die Kärntner. Und fordern ihr Geld nun auch gerichtlich zurück.

Die 710 Millionen Euro summieren sich aus 500 Millionen Euro an Kredittilgungen und 210 Millionen Euro an Nebenkosten. Sollte es zwischenzeitlich keine Einigung mit den Bayern oder ein Gerichtsurteil im Sinne der Hypo geben, müsste sie im Laufe der Zeit auch die weiteren Rückzahlungen einklagen, die sie geleistet hat, bevor diese verjähren.

Die Bayern bestreiten, dass die damaligen Kredite Eigenkapitalersatz waren. Das Münchner Landgericht 1 wird feststellen müssen, ob die Hypo damals in der Krise war und ob die Bayern das wussten. Aber die Klage der BayernLB erlaubt es der Hypo, ihre Ansicht als "Gegenklage" einzubringen - und so immerhin die Gerichtskosten zu sparen.

(APA)