Marktvorschau. Europas Leitbörsen zur Eröffnung leichter erwartet. Ein Drohender Militärschlag gegen Assad beeinflusst die Börsen.
Frankfurt am Main. Der wohl bevorstehende Militärschlag gegen Syrien dürfte die europäischen Aktienmärkte auch am Mittwoch belasten. Der Future auf den Euro-Stoxx-50 signalisierte etwa ein halbe Stunde vor Börsenstart eine um 0,69 Prozent tiefere Eröffnung bei 2.741,0 Punkten. Auch der Future auf den britischen FTSE-100 tendierte um 0,51 Prozent leichter bei 6.405,0 Einheiten.
Der X-DAX als Indikator deutete für den DAX rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn eine um 0,18 Prozent tiefere Eröffnung bei 8.228 Punkten an. Am Vortag bereits war der DAX wegen der wachsenden geopolitischen Unsicherheit um 2,28 Prozent eingeknickt. Eine mögliche Attacke gegen Syrien würde den Ölpreis weiter nach oben treiben und könnte damit die Konjunktur in Europa ausbremsen, sagte Händler Hasan Gulmez vom Broker Gekko.
Angriff auf Syrien steht kurz bevor
Eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz steht ein Militärschlag des Westens gegen das syrische Regime offenbar unmittelbar bevor. Der Sender NBC berichtete, Raketenangriffe auf Ziele in dem Land könnten bereits am Donnerstag beginnen. Die USA, Großbritannien, Frankreich und die Arabische Liga beschuldigen die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad, mit Giftgas Hunderte Menschen bei Damaskus getötet zu haben, darunter zahlreiche Kinder.
Die US-Börsen hatten schon am Vorabend empfindlich reagiert. Die Sorge vor einer militärischen Intervention in Syrien hat auch die asiatischen Märkte am Morgen im Griff. Sie verstärke insbesondere den Trend der Mittelabflüsse aus den Schwellenländern, sagten Börsianer. Vor allem auf den Philippinen geriet der Markt massiv unter Druck. Insgesamt ergibt sich also eine negative Vorgabe für den deutschen Aktienmarkt, zumal auch frühe Konjunkturdaten nicht überzeugten.
In Deutschland hat sich das Konsumklima erstmals seit Beginn des Jahres wieder eingetrübt. Nach sieben Monaten mit einem Zuwachs bei der Verbraucherstimmung in Folge, meldete das Forschungsinstitut GfK für September überraschend einen Rückgang des Konsumklimaindex auf 6,9 Punkte. Daneben stehen auch Immobiliendaten aus den USA im Fokus, ergänzten Börsianer. Einzelwerte könnten von Nachrichten aus der Commerzbank German Mid Cap Conference bewegt werden.
Die jüngste Änderung in der Zusammensetzung des europäischen Auswahlindex Stoxx Europe 600 ist inzwischen aus deutscher Sicht ein Nullsummenspiel: Ab dem 23. September werden die Titel des Chemiespezialisten Evonik enthalten sein. Zum selben Zeitpunkt werden die Papiere des Stahlkonzerns Salzgitter entfernt. Die Salzgitter-Papiere fielen im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz um 1,10 Prozent. Für die Aktien von Evonik ging es um etwas weniger deutliche 0,99 Prozent nach unten.
(apa/dpa-AFX)