Es ist ein Meisterstück, weil es so untypisch für Österreichs Fußball ist.
Die Wiener Austria hat den Fußballfans einen echten Krimi beschert. Es war ein Zittern bis zur letzten Minute. Der Meister aber hat das entscheidende Spiel um den Einzug in die Champions League dann doch überstanden, es durfte die schönste Niederlage in Violett ausgelassen gefeiert werden. Heute fiebert man der Auslosung am späten Nachmittag entgegen, Austria hofft auf namhafte Gegner und jede Menge Stars, auf dass der Prater im Herbst gut gefüllt ist.
Die Kroaten prophezeien Austria die Rolle des „Kanonenfutters“, das Ausscheiden aber haben sie sich selbst zuzuschreiben. Der Erfolg der Austria kann auch deshalb nicht hoch genug eingeschätzt werden, weil er so untypisch österreichisch war. Die Wiener waren auf dem Rasen fast schon am Ende, aber es ist ihnen gelungen, sich noch einmal aufzurappeln, noch einmal Widerstand zu leisten – und entscheidend zurückzuschlagen. Der Meister hat sich dem drohenden Schicksal nicht ergeben. Als Mannschaft, als Einheit, als Team.
wolfgang.wiederstein@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2013)