Der ehemalige RZB-Vorstand Url soll 2009 Aktien der Raiffeisen International verkauft und einen Vermögensvorteil von 5000 Euro lukriert haben.
Wien/Apa. Der Raiffeisen-Spitzenmanager Manfred Url, derzeit Chef der Raiffeisen Bausparkasse, muss wegen Insiderverdachts vor Gericht. Dies erklärte der Sprecher der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, Erich Mayer. Die WKStA hat einen Strafantrag gegen den Manager eingebracht. Einspruchsmöglichkeit dagegen gibt es keine. Laut "Wirtschaftsblatt" soll der Prozess im Herbst beginnen.
Der Vorwurf: Der ehemalige RZB-Vorstand Url habe im November 2009 Aktien der Raiffeisen International verkauft und einen Vermögensvorteil von 5000 Euro lukriert, so Mayer. Eine Woche davor sei im RZB-Vorstand über Vor- und Nachteile einer Fusion der RZB und RI diskutiert worden. Die Öffentlichkeit erfuhr von den Plänen aber erst drei Monate später in einer adhoc-Mitteilung der Bank. Der Aktiendeal sei ein „Missbrauch einer Insiderinformation“, so die Staatsanwaltschaft. Urls Anwalt weist alle Vorwürfe zurück.
Im Fall einer Verurteilung wegen Insiderhandels drohen Url bis zu drei Jahre Haft. Beim Prozess sollen Raiffeisen-Manager wie Walter Rothensteiner und Herbert Stepic befragt werden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2013)