Alles nur pro forma

Der Bilanztrick, der die Hypo über das Halbjahr rettet, sieht ein wenig halbseiden aus.

Statt eines Kalauers der Marke „Glaube keiner Bilanz, die du nicht selbst...“: Die Hypo Alpe Adria ist zum Halbjahr, wie berichtet, nur deshalb nicht technisch pleite, weil sie 700 Mio. Euro zugesagten Staatseinschusses, den sie aber (noch) nicht hat und für den auch noch keine EU-Genehmigung vorliegt, „pro forma“ gleich einmal in die Halbjahresbilanz gebucht hat. Dass da der Wirtschaftsprüfer, wie kolportiert wird, gehörig Fracksausen bekommen hat, ist verständlich.

Aber keine Angst, eine Bilanzfälschung ist das rein rechtlich mit hoher Sicherheit nicht. Immerhin passiert das unter den wohlwollenden Augen des Finanzministeriums. Und die Finanzmarktaufsicht hat den Schlaucherltrick auch durchgewinkt. Das sei üblich, wenn Staatsbanken und Staatszuschüsse im Spiel sind, hört man. Außerdem, sagen wir: Wie soll man denn die offizielle Verkündung der traurigen Wahrheit (gut drei Milliarden Verlust allein in diesem Jahr, Gesamtschaden aus der Hypo-Pleite sieben bis mehr als zehn Milliarden Euro) über den Wahltermin retten, wenn in der Bilanz lauter echte Zahlen stehen?

Nachdem das Finanzministerium „so tun, als ob ...“ offenbar fesch findet, eine Frage: Liebe Frau Fekter, ist es eh okay, wenn ich den nächsten Steuertermin ausfallen lasse? Sie können Ihre Forderung fürs Budget ja als Pro-forma-Steuereinnahme verbuchen.

josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2013)

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