Mitte September werden die ersten der 68 Wohnungen bezogen, im November eröffnen der Festsaal und das Lokal, im März folgen Hotel und Fitnessstudio.
1838 wurden die Sofiensäle im dritten Wiener Bezirk als Dampdbad eröffnet. Ab 1886 wurden sie für Bälle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Am 16. August 2001 lösten Flämmarbeiten am Dach des Hauptsaales einen Brand aus. Dann stand das historische Gebäude vorerst einmal leer. (c) Christoph Hauser
2010 erwarb die Soravia-Tochter ifa AG das Gebäude, seit 2011 wird gebaut. Investitionsvolumen: 50 Millionen Euro. (c) Tim Stani
Teile des Gebäudes, wie die Fassade, der Festssaal, das Foyer und der Stiegenaufgang stehen unter Denkmalschutz. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Der Festsaal soll Mitte November fertig sein. Er wird noch ein Glasdach erhalten. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Von Clubbings und Partys wie in den 90ern will man sich aber distanzieren. Stattdessen sollen Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Firmenfeiern stattfinden.Im Bild: Eine Visualisierung des neuen Festsaals. (c) Visualisierung: schreinerkastler
Im Stiegenaufgang wird noch gebaut. Viele der historischen Ziegelmauern werden unter Betonplatten versteckt. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Im 4. Obergeschoss waren ursprünglich Seminarräume für die Uni Klagenfurt geplant. Daraus wurde aber nichts. Ab März 2014 will hier die Ruby Hotelkette einen Standort mit knapp 80 Zimmern eröffnen. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Am 13. oder 14. November soll der restaurierte, 700 Quadratmetern große Festsaal eröffnet werden. Er wurde - bis auf das moderne Glas-Stahl-Dach - orginialgetreu restauriert. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Restaurieungsarbeiten der Logen beim Festsaal. Wo einst die Ballbesucher saßen und auf die Tanzfläche blickten, werden nun Nebenräume des Festsaales untergebracht (Büros, aber auch kleinere Räume, die vermietet werden können). (c) Photographer: Philipp Splechtna
Unten Festsaal, oben Wohnungen. Insgesamt wurden für den Festsaal und die Fassade 70.000 Lagen Blattgold verarbeitet. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Blick von einem Balkon des dort geplanten Hotels Richtung Wien Mitte. Links und rechts der historischen Fassade, die den Schriftzug trägt, wurde eine modernen Keramik-Fasse gebaut. (c) Photographer: Philipp Splechtna
115 Personen arbeiten täglich auf der Baustelle. Gebaut wird seit 28. November 2011. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Das Denkmalamt hat nicht nur eine eigene Kammer auf der Baustelle. Sie wurden auch in die Bauarbeiten miteinbezogen. Denkmalgeschützt sind aber nur der Festsaal, ein Teil der Fassade sowie der Stiegenaufgang und das Foyer. (c) Photographer: Philipp Splechtna
1838 eröffnete Franz Morawetz, ein jüdischer Unternehmer, die Sofiensäle als russisches Dampfbad. Kurz darauf wurde es zu einer Badeanstalt, dem Sofienbad umgestaltet. Im Winter wurde das Becken zugedeckt und zu einem Ballsaal umfunktioniert. Dank dem Becken hatte der Saal eine besonders gute Akustik. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Da wo sich einst das Becken befand, also direkt unter dem Festsaal, wird ab Frühling 2014 geschwitzt. Die Fitnessstudio-Kette John Harris eröffnet im ersten Untergeschoss ein Fitnessstudio auf 1.600 Quadratmetern. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Im Erdgeschoss ist ein Lokal mit 200 Sitzplätzen (davon 44 im Raucherbereich) geplant. Das Konzept: Café mit Frühstück, Restaurant, Bar und Gastgarten. Das Lokal soll "The Room" heißen und wird von Joachim Bankel von Fusion Events (Babenberger Passage) betrieben. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Oben Wohnungen, unten Restaurant. Blick auf die neue Keramik-Fassade (die alte ist noch unter Bauabdeckungen verhüllt). (c) Photographer: Philipp Splechtna
Blick von einer Wohnung im zweiten Dachgeschoss über den Festsaal auf das Nachbarhaus.
Fast alle Wohnungen verfügen über eine Terrasse oder einen Balkon. (c) Photographer: Philipp Splechtna
Neue Fassade auf der Marxerstraße. (c) Photographer: Philipp Splechtna
68 Wohnungen (50 geförderte, 18 frei finanzierte) auf insgesamt 5.250 Quadratmetern wurden errichtet. Am 16. September werden die ersten Wohnungen bezogen. Die geförderten Wohnungen sind alle vergeben, bei den frei finanzierten gibt es noch Wartelisten. (c) Photographer: Philipp Splechtna
So sollen die Sofiensäle in Zukunft aussehen. Derzeit ist die historische Fassade noch von einem Gerüst verstellt, das in drei Wochen abgenommen wird. Ab Frühling 2014 sollen auch das Hotel, Fitnesscenter und Restaurant in Betrieb sein.Bild: Eine Visualisierung des fertigen Projekts. (c) Schreiner
Erste Einblicke in die neuen Sofiensäle
Wien. Man muss schon genau wissen, was und wie die Sofiensäle einmal waren, um den einstigen Charme zu erahnen. Der historische Teil der Fassade ist noch drei Wochen lang von einem Baugerüst verstellt, von der Marxerstraße aus ist lediglich die moderne Keramikfassade sichtbar. Auch innen sind derzeit nur neue Wohnungen zu besichtigen, im Gegensatz zum viel zitierten originalgetreuen Festsaal. Dennoch hat der Bauträger, die Soravia-Tochter Ifa AG am Montag zur Baustellenbesichtigung geladen.
Mitte November (am 13. oder 14.) sollen nämlich der neue Festsaal und das Restaurant eröffnet werden. Im Frühling 2014 folgen dann das Hotel (Ruby) und das Fitnessstudio (John Harris). Die ersten der 68 Wohnungen (50 geförderte, 18 frei finanzierte) werden bereits am 16. September bezogen.
Nach Wien Mitte der zweite Schandfleck
Gebaut wird in der Marxerstraße seit November 2011. Zuvor ist das historische Gebäude, das 2001 bei einem Brand zerstört wurde, stillgelegen. Zumindest in Relation zur Geschichte des Gebäudes, die bis auf das Jahr 1838 zurückgeht, ist das keine lange Zeit. Damals wurde das Gebäude als russisches Dampfbad eröffnet, kurz darauf zu einer Badeanstalt umgebaut, die im Winter (dank Beckenabdeckung) zu einem Ballsaal umfunktioniert wurde. „Die Sofiensäle waren 150 Jahre lang ein wichtiges kulturelles Zentrum in der Hoch- und Populärkultur – von Johann Strauß bis Falco“, so Oliver Schreiber vom Bundesdenkmalamt.
Jetzt will man an diese Geschichte anschließen. Wobei man sich bewusst von der Party- und Clubbingnutzung in den 1990er-Jahren abgrenzen will. „Die Sofiensäle waren nach Wien Mitte der zweite Schandfleck. Wir wollen hier nichts mehr, bei dem die Polizei kommen muss“, sagt Bezirksvorsteher Erich Hohenberger. Stattdessen sollen im Festsaal Ausstellungen, (akustische) Konzerte oder Firmenfeiern veranstaltet werden, das Kulturkonzept wird Mitte Oktober präsentiert. Von den geplanten Künstlerateliers mit Blick auf den Festsaal hat man sich im Zuge des Umbaus aber verabschiedet. „Die haben mit der Deckung des Saals an Attraktivität verloren“, so Erwin Soravia, Vorstand der Ifa AG.
Paprikahendl und Fitnessstudio
50 Millionen Euro kostet der Umbau in Summe. Zwei Millionen Euro davon kommen von der Stadt Wien – als Kulturförderung. Originalgetreu wurden beim Umbau nur die denkmalgeschützten Teile (der Festsaal, Teile der Fassade, das Foyer und der Stiegenaufgang) renoviert. Sonst setzt man eher auf modern und praktisch. Im Erdgeschoß, wo sich einst das Becken befand, wird ab März 2014 die Fitnesskette John Harris einziehen. Die alten Mauern aus roten Ziegeln wurden dabei einfach einbetoniert.
Auch im angrenzenden Restaurant setzt man wenig auf historischen Charme. Die Agentur Fusion Events, die auch die Babenberger Passage betreibt, wird ab November „The Room“ eröffnen – eine Mischung aus Café, Restaurant und Bar. Lukas Grünbichler von Fusion Events umschreibt das Konzept als „österreichische Küche mit internationalen Einflüssen, zum Beispiel Paprikahendl und Wok-Gerichte“. Die Entwürfe des Restaurants erinnern eher an ein kühles Hotelrestaurant. Das Hotel der deutschen Kette Ruby Hotels wird aber mit knapp 80 Zimmern im vierten Stock einziehen.
Paartanz für jedermann gab es früher überall. Clärchens Ballhaus in Berlin hat den Krieg, die DDR und die Wende überlebt. Nächsten Freitag feiert es Geburtstag. Bei Hochbetrieb, denn es es beliebter denn je.
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