Lehrerprotest: Entfallen Schulstunden?

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Die Gewerkschaft ruft an den AHS zu Informationen über das neue Dienstrecht auf.

Wien/Apa/Red. Streik ist es keiner – das Wort wollen die Lehrergewerkschafter partout noch nicht in den Mund nehmen. Dennoch könnten bis Ende kommender Woche an den heimischen Schulen da und dort Unterrichtsstunden entfallen: Die AHS-Lehrergewerkschaft ruft ihre Vertreter an den Gymnasien nämlich per E-Mail dazu auf, ihre Lehrer bis 20. September über das geplante neue Dienstrecht zu informieren, zum Beispiel in Dienststellenversammlungen. Und diese – in der Regel ein bis zwei Stunden lang – könnten durchaus auch in der Unterrichtszeit stattfinden.

Von Bedeutung seien die Info-Veranstaltungen, damit die Lehrer noch vor Ende der Begutachtungsfrist am 25. September ihr Feedback an das Parlament und an die Parteichefs schicken könnten – neben Kommentaren etwa auch Fotos ihrer Arbeitsplätze. So wollen die AHS-Gewerkschafter ihrer Position Nachdruck verleihen: Denn das neue Dienstrecht halten sie – das geht einmal mehr aus der mitgeschickten Stellungnahme an das Parlament hervor – für „völlig inakzeptabel“. Es handle sich um ein „Sparpaket“, das außerdem nicht nur neue, sondern auch bereits tätige Lehrer betreffe.

Info-Hotline des Ministeriums

Nicht nur von den AHS-Lehrergewerkschaftern haben die Pädagogen aber nun Post bekommen. An den Schulen tobt derzeit eine regelrechte Info-Schlacht. So hat das Unterrichtsministerium eine Broschüre verschickt, in der sie das Dienstrecht – wenig überraschend ziemlich konträr zur Gewerkschaft – anpreist. Zudem wird eine Gratis-Hotline freigeschaltet, auf der sich die Lehrer über das Vorhaben informieren können (0800 208854, wochentags neun bis 16 Uhr).

Die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) wiederum kontert mit einem eigenen Info-Heft. Darin hoffen die Gewerkschafter unter anderem, dass nach der Wahl die Karten in puncto Lehrerdienstrecht neu gemischt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2013)

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