Indizes. Es ist der größte Umbau seit knapp zehn Jahren: Drei Konzerne müssen künftig auf den prestigeträchtigsten Index der Welt verzichten. Die Aufsteiger sind Nike, Visa und Goldman Sachs.
New York. Die oberste US-Börsenliga wird umgekrempelt. Mit dem Computerbauer Hewlett-Packard (HP), der Bank of America und dem Aluhersteller Alcoa müssen gleich drei namhafte Konzerne den Dow Jones Industrial Average verlassen. Jeder aus dem Trio hat mit wirtschaftlichem Gegenwind zu kämpfen. Dafür ziehen der weltgrößte Sportartikel-Hersteller Nike, die Investmentbank Goldman Sachs und der Kreditkarten-Primus Visa in den viel beachteten Börsenindex ein. Die drei Firmen sind momentan sehr erfolgreich.
Der Indexbetreiber S&P Dow Jones Indices, eine Tochter des Finanzdienstleisters McGraw-Hill Financial, begründete das Ausscheiden der Konzerne am Dienstag mit deren vergleichsweise niedrigen Aktienkursen. Hewlett-Packard macht der Wandel der Computerbranche hin zu Tablets und Smartphones zu schaffen, Alcoa die gefallenen Aluminiumpreise, und die Bank of America schlägt sich bis heute mit Altlasten aus der Finanzkrise herum. Zudem, so der Indexbetreiber, sollten mehr Branchen im Dow Jones vertreten sein.
Nicht nur Imagefrage
Börsenindizes geben einen Überblick über die Entwicklung an den Finanzmärkten. Der Dow Jones zählt dabei zur Königsklasse, ähnlich wie der S&P 500 oder der Frankfurter Dax. Im Dow Jones sind 30 der größten US-Unternehmen vertreten, die an der New York Stock Exchange mit ihrem Sitz an der Wall Street notiert sind. Zu den weiteren Mitgliedern zählen der Flugzeugbauer Boeing, der Getränkehersteller Coca-Cola, der Chipkonzern Intel, die größte US-Bank JPMorgan Chase und der Unterhaltungsriese Walt Disney.
Für Firmen ist ein Auf- oder Abstieg in einen Index dabei nicht nur eine Imagefrage. Manche Fonds dürfen nur in Unternehmen investieren, die in einem bestimmten Index vertreten sind. Die Aktien der Neueinsteiger Nike, Goldman Sachs und Visa stiegen im frühen Handel zwischen 2 und 3 Prozent. Ohnehin hatten die Konzerne in der jüngeren Vergangenheit einen guten Lauf an der Börse auch dank ihrer steigenden Gewinne.
Das erste Mal wird der Dow Jones am Montag, 23. September, in seiner neuen Zusammenstellung berechnet. Es handle sich um den größten Umbau seit fast zehn Jahren, merkte das "Wall Street Journal" an. Zum gleichen Zeitpunkt gibt es auch ein Stühlerücken in manchen deutschen Indizes. So kommen der Privatsender RTL, die Chemiefirma Evonik und der Lichtspezialist Osram neu in den MDax für mittelgroße Werte, den unter anderem der Sportartikel-Hersteller Puma verlässt.
(apa/stl)