Eder: "Wollten Intertrading seit Jahren verkaufen"

Rohstoff. "Wir wollten verkaufen, seitdem wir keinen strategischen Nutzen mehr hatten", sagt Voest-Chef Wolfgang Eder. Die Aktien gehen an einen ukrainischen Minenbetreiber.

Wien/Linz. Die voestalpine hat seit rund zehn Jahren vorgehabt, als Großaktionär beim Rohstoffhändler VA Intertrading auszusteigen. "Wir wollten verkaufen, seitdem wir keinen strategischen Nutzen mehr hatten. Wir hatten dabei aber keinen Druck und wollten nichts verschleudern", sagte der Chef des börsenotierten Linzer Stahlkonzerns voestalpine, Wolfgang Eder, am Freitag am Rande des Raiffeisen Business Lunch zur APA.

Die Intertrading sei für die voestalpine schon seit 15 Jahren "eine reine Finanzbeteiligung ohne strategische Bedeutung" gewesen. So sei es naheliegend gewesen, diese Beteiligung bei vernünftigen Konditionen, sagte Eder.

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Der Verkaufspreis für das zuletzt noch 38,5 Prozent schwere Aktienpakt der voestalpine an dem Commodity-Händler (Jahresumsatz: 1,3 Mrd. Euro) wurde heute offiziell mit einem "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag" angegeben. Dem Vernehmen nach bewegt er sich zwischen 10 und 30 Mio. Euro.

Ukrainischer Minenbetreiber

Die voestalpine suchte für die Beteiligung einen Großaktionär, "der dem Unternehmen einen Nutzen bringt", sagte Eder und bezeichnete den Käufer des Voest-Pakets an Intertrading als "erfolgreichen ukrainischen Minenbetreiber".

Der Verkaufsprozess sei über mehrere Monate gegangen. Die Co-Aktionäre werden von ihrem Vorkaufsrecht aller Voraussicht nach keinen Gebrauch machen: "Das Ganze war mit allen Mitgesellschaftern abgestimmt", betonte Eder. "Es gibt ein Vorkaufsrecht, aber bis dato hat es kein Angebot und auch keinen Wunsch dafür gegeben", so voestalpine-Sprecher Gerhard Kürner zur APA.

Zu den Kernaktionären der Intertrading gehören die Crossvision Ltd mit Sitz in Zypern des russischen Milliardärs Vladimir Iorich (13,5 Prozent), die MBG (Managementbeteiligungs GmbH) des VAIT-Chefs Karl Mistelberger (12,625 Prozent), die IBG (Intertrading Beteiligungs GmbH) mit 12,5 Prozent und die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) mit 13,375 Prozent. Weiters sind die Bank Austria (B&C Holding) mit 5,5 Prozent und die Erste Bank (Erst Immorent) mit 4 Prozent beteiligt.

(APA)

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