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US-Notenbank bringt Goldpreis unter Druck

USNotenbank bringt Goldpreis unter
USNotenbank bringt Goldpreis unter(c) Erwin Wodicka - wodicka@aon.at (Erwin Wodicka)

Die Nachfrageschwäche passt so gar nicht mit dem angeblichen Goldrausch zusammen, über den Münzprägeanstalten immer wieder berichten. Aber Privatanleger sind in diesem Bereich eben nicht marktbestimmend.

Die vor zwei Wochen an dieser Stelle getroffene Feststellung, dass Charttechnik beim Goldpreis nicht wirklich hilft, weil dieser viel zu stark von nach anderen Kriterien operierenden Notenbanken beeinflusst ist, hat sich schnell als prophetisch erwiesen: Während die Charttechniker dem Preis des Edelmetalls nach dessen Rebound durchaus einen Durchmarsch bis in die Gegend von 1600 Dollar zugetraut haben, hat die Goldnotierung schon knapp über 1400 gedreht und kratzt jetzt schon wieder an der 1300-Dollar-Marke. Dummerweise von oben.

Die offenkundige Nachfrageschwäche passt so gar nicht mit dem angeblichen Goldrausch zusammen, über den Münzprägeanstalten immer wieder berichten. Aber Privatanleger sind in diesem Bereich eben nicht marktbestimmend.

Wie geht es jetzt weiter? Wenn die Analysten der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs recht behalten, dann können sich Münzen- und Barrenkäufer ruhig noch ein bisschen Zeit lassen: Sie werden das glitzernde Objekt ihrer Begierde wohl noch deutlich billiger bekommen. Die Amerikaner haben am Freitag nämlich eine Analyse veröffentlicht, derzufolge der Preis bis weit ins Jahr 2014 hinein weiter sinken werde und dabei durchaus die 1000-Dollar-Marke wieder unterschreiten könnte. Das 2014er-Kursziel von Goldman Sachs für Gold liegt jetzt bei 1050 Dollar. Unter 1000 Dollar hat das Metall übrigens zuletzt im Oktober 2009 notiert. Das sieht für Goldanleger nach „wie gewonnen, so zerronnen“ aus.

Goldman Sachs ist damit schon die zweite Bank, die einen Goldpreis von unter 1000 Dollar prophezeit. Credit Suisse hat das schon vor einigen Monaten prophezeit. Der Grund für den Pessimismus: Alles, was normalerweise den Goldpreis treibt, ist gerade dabei, sich zu verflüchtigen: Die Inflationsaussichten sind weiter eher gedämpft, die US-Notenbank Fed fährt ihre Geldschwemme sukzessive zurück, die US-Konjunktur erholt sich langsam und um die Eurokrise ist es jetzt auch ein wenig stiller geworden.

Kurzfristig sind Preissprünge natürlich jederzeit möglich: Wenn es doch noch zu einem US-Angriff auf Syrien kommt oder wenn die Eurokrise wieder aufflackert, dann wird es natürlich zu kurzfristigen Preisschüben kommen. Die Langfristtendenz zeigt aber ganz eindeutig nach unten – was konjunkturell ja ein gutes Zeichen ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2013)