Spekulationen um Fed-Politik hievt DAX auf Rekordhoch

Börseschluss. In der Hoffnung auf eine langsame Normalisierung der US-Geldpolitik haben Anleger am Montag bei internationalen Aktienwerten zugegriffen.

Frankfurt am Main.  Der DAX kletterte am Montag auf ein Rekordhoch, der MSCI-Weltindex schaffte immerhin den höchsten Stand seit Juni 2008. Der Dollar ging dagegen auf Talfahrt.

Auslöser dieser Rally war der Rückzug des ehemaligen US-Finanzministers Lawrence Summers aus dem Rennen um die Nachfolge des US-Notenbankchefs Ben Bernanke. Damit gilt Janet Yellen, die sich als Verfechterin einer lockeren Geldpolitik positioniert hat, als Favoritin für den Posten.

"Wer auch immer ernannt wird, er wird bei der Rückführung der Fed-Konjunkturhilfen sicher vorsichtig sein", schrieb Berenberg-Volkswirt Christian Schulz in einem Kommentar. Hedgefonds-Manager Lex Van Dam bezeichnete den Summers-Rückzug als Startschuss für eine Jahresend-Rally. Die Experten der Commerzbank betonten, charttechnisch habe der Dax Luft bis 8800 Punkte.

Der Fed-Offenmarktausschuss (FOMC) will am Mittwochabend verkünden, ob und wie stark die Notenbank ihre Wertpapier-Käufe drosseln wird. "Eine Drosselung von mehr als 15 Milliarden Dollar wäre negativ für den Aktienmarkt", sagte Anlagestratege Gerard Lane von Shore Capital.

Bislang kauft die US-Notenbank zur Ankurbelung der Konjunktur monatlich Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf. Fed-Chef Bernanke hatte angekündigt, den Geldhahn allmählich zuzudrehen, sofern sich die US-Konjunktur weiter erholt.

Der DAX stieg am Montag auf bis zu 8626,11 Punkte und verabschiedete sich 1,2 Prozent fester bei 8613 Zählern in den Feierabend. Der MSCI-Weltindex notierte in der Spitze 1,2 Prozent fester bie 384,40 Stellen. Der EuroStoxx50 markierte im Tagesverlauf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 2901,43 Punkten. Die Börsen in London, Mailand, Madrid und Paris rückten jeweils ein knappes Prozent vor. An der Wall Street gewannen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 zwischen 0,4 und einem Prozent.

Der Euro kletterte unterdessen auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1,3385 Dollar und lag damit knapp einen US-Cent über seinem New Yorker Freitagsschluss. Die Aussicht auf längerfristige Fed-Bondkäufe verhalf dem US-Anleihefuture zu einem Plus von 1-7/32 auf 132-17/32 Punkte. Sein deutsches Pendant, der Bund-Future, zog um 44 Ticks auf 138,43 Zähler an.

Am Rohölmarkt dominierte unterdessen die Erleichterung der Anleger über die Einigung zwischen den USA und Russlands zur Zerstörung der syrischen Chemiewaffen. Sollte der Plan aufgehen, könnte der Ölpreis bald wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter) fallen, sagte Börsenhändler Matt Basi vom Brokerhaus CMC Markets. Am Montag fiel der Terminkontrakt auf die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee fiel um bis zu 2,7 Prozent auf ein Vier-Wochen-Tief von 108,73 Dollar je Barrel (159 Liter).

Bei den Unternehmen gehörte BASF sowohl im DAX als auch im EuroStoxx50 zu den Favoriten. Die Aktien schlossen 3,7 Prozent fester bei 72,34 Euro, nachdem das Unternehmen am Freitag auf einer Veranstaltung höhere Gewinne im Geschäft mit der Suche und Förderung fossiler Brennstoffe in Aussicht gestellt hatte. Der Öl- und Gassektor der Ludwigshafener sei eine verlässliche Ertragsperle, die das Wachstum in den Chemiesektoren von BASF mitfinanziere, schrieben die Analysten von Cheuvreux.

Im US-Standardwerteindex Dow Jones lagen Boeing mit einem Plus von 3,3 Prozent in Führung. Der Flugzeugbauer hat einem Insider zufolge gute Chancen auf einen 7,6 Milliarden Dollar schweren Auftrag zur Lieferung von Kampfjets an Südkorea.

(APA)

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