Konzerne wollen Anteile in Emerging Markets steigern, aber wie?

Anmbition vs. Realität: Zwischen Wachstumsanspruch und lokalem Kompetenzprofil klafft eine Lücke.

Emerging Markets im Fokus: Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der international agierenden Unternehmen erwarten, dass sie künftig ihren Marktanteil in den Emerging Markets steigern werden. Doch nur 13 Prozent von ihnen fühlen sich gewappnet, um sich in diesen Märkten gegenüber lokalen Wettbewerbern erfolgreich zu behaupten. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie Playing to Win in Emerging Markets der Boston Consulting Group (BCG), die auf einer Umfrage unter mehr als 150 Führungskräften international tätiger Unternehmen beruht.

Die Ergebnisse verdeutlichen die Diskrepanz zwischen den Ambitionen globaler Konzerne in den Emerging Markets und den erforderlichen Erfolgsfaktoren. In den Konzernen weiß man, dass zur Förderung des eigenen Wachstums die aufstrebenden Märkte benötigt werden - aber man hat noch kein Erfolgsrezept gefunden. So macht beispielsweise das Geschäft in den Emerging Markets durchschnittlich 28 Prozent der Erträge in den befragten Unternehmen aus, doch nur neun Prozent der Führungsmannschaften haben ihren Sitz dort.

Die Emerging Markets tragen aktuell zu rund 40 Prozent des globalen BIP und zu einem noch höheren Anteil des BIP-Wachstums bei. Viele dieser Märkte werden von ambitionierten lokalen Wettbewerbern dominiert, die meist über hervorragendes lokales Wissen und solide Beziehungen zur öffentlichen Hand bei zugleich geringen Kostenstrukturen verfügen. Internationale Konzerne haben daher keine leichte Aufgabe.

156 Führungskräfte wurden gebeten, die relative Bedeutung von 13 Fähigkeiten in den Emerging Markets und die tatsächliche Performance ihres Unternehmens in diesen Kategorien zu bewerten. Dabei zeigte sich, dass die Fähigkeiten, die als die wichtigsten angesehen wurden, zugleich diejenigen sind, in denen die Unternehmen ihrer eigenen Einschätzung nach am schwächsten sind. Insbesondere gaben die Befragten an, dass in ihren Unternehmen das größte Performance-Defizit im Bereich Mitarbeitergewinnung und -haltung lokaler Mitarbeiter besteht.

Darüber hinaus sehen Führungskräfte Verbesserungspotenzial hinsichtlich der Entwicklung starker lokaler Führungskräfte, des Aufbaus lokaler Geschäftsmodelle und der Entwicklung von Wachstums-und Realisierungsplänen - alles Fähigkeiten, in denen die Performance-Lücke größer als 20 Prozent ist. Tatsächlich geht keiner der Befragten davon aus, dass sein Unternehmen alle erforderlichen Fähigkeiten besitzt, um die gesetzten Ziele in den Emerging Markets zu erreichen.

Viele Märkte - viele Prioritäten


Trotz des verlangsamten Wachstums bleibt China der wichtigste aufstrebende Markt für international tätige Konzerne. Mehr als vier von fünf Konzernen (83 Prozent) nannten China als wichtigen Markt. Brasilien und Indien wurden von jeweils 57 Prozent der Führungskräfte als wichtige Emerging Markets genannt, gefolgt von Südostasien (46 Prozent) und Russland (42 Prozent) auf dem vierten und fünften Platz der Emerging-Markets-Rangliste.

Rund ein Drittel der befragten Unternehmenslenker nannte Mexiko als höchste Priorität. Ein Viertel bewertet den Nahen Osten und Nordafrika, Lateinamerika (exkl. Brasilien und Mexiko) sowie Osteuropa als wichtige Märkte. Die subsaharischen Länder Afrikas gewinnen ebenfalls an Bedeutung: 17 Prozent der Befragten messen dieser Region eine hohe Priorität bei.

(APA)

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