Heftige Unwetter überschwemmten auch die Akw-Anlage. Über 1000 Liter nur gering belastet Wasser sollen ins Meer geleitet worden sein, sagt Tepco.
Der Betreiber der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima hat wegen fehlender Speicherkapazitäten nach schweren Unwettern mehr als tausend Tonnen leicht kontaminiertes Wasser ins Meer geleitet. Taifun "Man-yi" brachte heftige Regenfälle am Montag. Auch Teile der Atomanlage seien überschwemmt worden, das Wasser in den Reservoirs stieg "rapide" an, sagte ein Verantwortlicher des Betreibers Tepco am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Es gebe aber nur eine begrenzte Speicherkapazität für das radioaktiv belastete Wasser.
Die Arbeiter in Fukushima hätten daraufhin die radioaktive Belastung des Wassers gemessen und nur äußerst schwach kontaminiertes Regenwasser abgelassen, sagte der Tepco-Vertreter. Wasser, das mit mehr als 30 Becquerel Strontium pro Liter belastet war, sei wieder in die Reservoirs zurückgepumpt worden. Rund 1130 Tonnen Wasser wurden Tepco zufolge ins Meer gelassen.
Taifun "Man-yi" hinterließ eine Spur der Verwüstung und riss mindestens zwei Menschen in den Tod. Zwei weitere galten noch als vermisst, wie die Feuerwehr am Montag (Ortszeit) mitteilte. Der 18. Taifun der Saison war Montagfrüh in Zentraljapan auf Land getroffen und bewegte sich weiter in nordöstliche Richtung. Der Bahnverkehr wurde behindert, Flüge mussten gestrichen werden. Gegen Mittag wurden die ersten Warnungen vor den Regenfällen aufgehoben. Bis Dienstagabend (Ortszeit) dürfte sich der Taifun über dem Pazifik zu einem Tiefdruckgebiet abgeschwächt haben, hieß es
Das Atomkraftwerk Fukushima Daichii war im Zuge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis im März 2011 schwer beschädigt worden. In mehr als tausend Reservoirs an verschiedenen Stellen des Komplexes lagern derzeit noch Hunderttausende Tonnen Wasser, das teils zur Kühlung der Reaktoren verwendet worden war, in denen es wegen der Naturkatastrophen zur Kernschmelze kam. Tepco hat bisher kein klares Konzept für den Umgang mit dem radioaktiv verseuchten Wasser vorgelegt.
(APA/AFP)