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Linzer Swap-Affäre: Mayr wird doch nicht OÖGKK-Chef

LINZ - FINANZSTADTRAT MAYR (SPOe) TRITT ZURUeCK/DOBUSCH
Johann Mayr mit dem Linzer BürgermeisterAPA/RUBRA
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Die Rückkehr des angeklagten Ex-SPÖ-Finanzstadtrats Johann Mayr als Krankenkassendirektor hat auch in seiner eigenen Partei für Wirbel gesorgt.

Der in der Linzer Swap-Affäre angeklagte und daraufhin zurückgetretene Stadtrat Johann Mayr (SPÖ) hat bei der geplanten Rückkehr als Direktor in die Gebietskrankenkasse (OÖGKK) einen Rückzieher gemacht. In einer Mail an ausgewählte Medien teilte er mit, er werde zwei Wochen Urlaub nehmen und Alternativen suchen. Die angepeilte Rückkehr in die Kasse, über die DiePresse.com berichtete, war zuletzt nicht nur bei der politischen Konkurrenz, sondern auch innerhalb der SPÖ auf Widerspruch gestoßen.

Nun hat sich auch der oberösterreichische SPÖ-Landesvorsitzende und Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl mit deutlichen Worten gemeldet. Der von Mayr Donnerstagabend verkündete Rückzug als Direktor der Gebietskrankenkasse sei endgültig, stellte Ackerl am Freitag fest. Gegenüber dem ORF-Radio Oberösterreich erläuterte er, Mayr befinde sich in einem aktiven Dienstverhältnis in der Gebietskrankenkasse und nehme derzeit Urlaub. Danach werde er nicht mehr dorthin zurückkehren. Das sage er nicht mit einem Seitenblick auf den laufenden Wahlkampf. "Vor der Wahl ist nach der Wahl", stellte der SPÖ-Chef fest: "Es wird keinerlei Trickserei oder irgendwelche anderen Absichten geben", versicherte er.

Mayr war als Kassendirektor für seine Zeit als Stadtrat karenziert. Die Rückkehr steht ihm vertraglich zu. Die Position der bisherigen Direktorin Andrea Wesenauer, die ihren Sessel nun räumen und auf ihre frühere Stelle als Ressortdirektorin der Bürogruppe "Kundenservice und Medizin" zurückkehren muss, ist nach Auskunft der Gebietskrankenkasse auf die Karenzierung von Mayr befristet gewesen. Sollte Mayr, für den die Unschuldsvermutung gilt, tatsächlich rechtskräftig verurteilt werden, müsse man die Situation neu bewerten.

Doch die für Freitag geplante Rückkehr auf den Chefsessel der OÖGKK sorgte auch innerhalb der SPÖ für Aufregung. Der Druck auf die Partei wurde im laufenden Wahlkampf immer größer. Zu der Angelegenheit gab es mehrere Krisensitzungen. Auch die Bundes-SP schaltete sich ein. Der Stadtparteivorsitzende Bürgermeister Franz Dobusch gestand ein, dass er die Reaktionen unterschätzt habe.

Für den FPÖ-Landesparteiobmann Landesrat Manfred Haimbuchner war in einer Reaktion am Freitag weiterhin unklar, ob es nach der Nationalratswahl tatsächlich eine Lösung mit Anstand und Moral geben werde oder einen "Postenschacher light". Für ihn sind die Ereignisse in den vergangenen Tagen ein Beweis für die Führungsschwäche des SPÖ-Landesvorsitzenden Josef Ackerl und von Dobusch.

(APA)