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Musik-Festival: Kreativ, abseits vom Mainstream

Zum vierten Mal konfrontiert das Festival "Wörthersee Classics" unterschiedliche Komponisten, die dort gearbeitet haben.

Brahms, Mahler, Hugo Wolf und die Schönberg-Schüler Berg und Webern - sie alle haben am Wörthersee komponiert. Womit die Programmfolgen des Festivals sozusagen automatisch das Publikum mit durchaus komplizierten Hörabenteuern konfrontieren. Auf die Eröffnung mit Brahms' Erster Symphonie folgte denn auch eine der seltenen Begegnungen mit dem Kammerkonzert von Alban Berg, dem Christian Altenburger und Harald Ossberger als Solisten klare, geschliffene Konturen verliehen, ohne die bei Berg stets wichtige emotionelle Seite der Musik zu vernachlässigen. Festspiel-Chef Alexei Kornienko dirigierte das philharmonische Orchester von Sofia, das hernach auch das charmante Doppelkonzert des 14-jährigen Mendelssohn begleitete.

Noch konzentrierter die kammermusikalischen Abende des Festivals, wo unter anderem der französisch-deutsche Pianist Francois Weigel mit einer sensationell transparenten, poetischen Interpretation von Weberns Klaviervariationen op. 27 aufhorchen ließ, während das aus Berliner Philharmonikern gebildete Amarcord-Quartett dem Streichtrio op. 20 irisierende Farben und expressive Zeichnung verlieh.

Abwechslungsreich auch ein Abend mit einem von Altenburger und Claus Christian Schuster angeführten, erlesenen Kammermusikensemble, das mit Klavierquartetten von Mahler und Brahms eine spritzig-hintergründige Anekdoten-Lesung von Burg-Star Robert Meyer umrahmte. Außerdem: Lieder von Wolf und Mahler mit Gabriele Sima und dem Ehepaar Wolfrum, und Freitag als Abschluss vor der kammermusikalischen Fassung von Mahlers Vierter die Uraufführung des Auftragswerks des Festivals: Der Holländer Jo Sporck schrieb für Geigerin Elena Denisova ein Violinkonzert.

Erfreulich: Das Kärntner Publikum lauscht auch kompliziertesten Klängen. Man kann also auch jenseits des Mainstreams erfolgreich sein. nk