Berater Gusenbauer "kann keine Märchen erzählen"

  • Drucken

Der Altkanzler berät Serbien. Für Vizepremier Vucic ist es wichtig, dass Gusenbauer aus einem Land kommt, "mit dem wir viele Spannungen hatten".

Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer will sich in seiner neuen Rolle als serbischer Regierungsberater für ein besseres Image des Landes in der Europäischen Union einsetzen. Er könne allerdings keine Märchen erzählen, sondern müsse seine Aussagen auf Tatsachen aufbauen, sagte Gusenbauer bei einem heutigen Treffen mit serbischen Journalisten in Belgrad. Gusenbauer war vom serbischen Vizepremier Aleksandar Vucic als Berater engagiert worden.

Man wolle das Bild eines neuen Serbien schaffen, das gegen die Korruption kämpfe, Institutionen festige, Investitionen anziehe, sich reformiere, um das Leben seiner Bürger zu verbessern und die Wirtschaft zu beleben, erläuterte Gusenbauer.

Für Vucic, den derzeitigen "starken Mann" Serbiens, ist auch die Tatsache "von Bedeutung", dass sein neuer Berater ein Österreicher sei, bzw. "aus einem Land kommt, mit dem Serbien viele Spannungen gehabt hat".

Eines merkte der neue Regierungsberater gleich. Als Gusenbauer um 8 Uhr im Regierungsgebäude aufgetaucht sei, habe er nur zwei Minister vorgefunden, was ihn überrascht habe, berichtete Vucic.

Über sein Honorar für den Beratereinsatz in Serbien wollte Gusenbauer keine Auskunft geben. Er habe keinen schriftlichen Vertrag. Ein Handschlag sei die Bestätigung dafür gewesen, dass man zusammenarbeiten werden, präzisierte er. Die Erläuterung weiterer Honorardetails überließ er laut dem Sender B-92 dem serbischen Vizepremier, der dies zuerst auch nicht getan hat.

Seit Wochenbeginn lässt sich die serbische Regierung in den Finanzangelegenheiten auch vom früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn beraten.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.