Analysten erwarten weiter steigende Goldpreise

Fed-Politik. Angesichts weiter offener Geldschleusen wird die Inflation wieder zum Thema - und die Goldvorkommen sind und bleiben sehr endlich.

Frankfurt am Main/Berlin. Der verschobene Ausstieg der US-Notenbank Fed aus ihrer Krisenpolitik des extrem billigen Geldes dürfte den Goldpreis nach Einschätzung von Analysten weiter anziehen lassen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die Änderung in der Haltung der Fed die Trendwende bei Gold, Rohstoffen und Sachwerten bringen könnte", sagte Commerzbank-Rohstoffexperte Eugen Weinberg am Freitag in Frankfurt. Die nach wie vor weit geöffneten Geldschleusen und die Erwartung einer steigenden Inflation sprächen "eher für einen langfristigen Anstieg der Goldpreise".

Links zum Thema:

Gold erobert 1400 Dollar-Marke zurück.

Gold im Wechselbad der Konjunkturdaten.

Bullen wollen am Goldmarkt die Bären herausfordern.

Die Fed hatte am Mittwoch die Märkte damit überrascht, dass sie ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur vorerst unverändert beibehält. Erwartet worden war das Gegenteil, da die Notenbank zuvor selbst signalisiert hatte, dass sie allmählich ein Ende des Krisenkurses einläuten könnte. Die aufgeschobene geldpolitische Wende sorgte für ein Kursfeuerwerk an den Börsen. Auch der Goldpreis schoss nach der Fed-Entscheidung zwischenzeitlich auf mehr als 1.370 US-Dollar (1.011 Euro) je Feinunze (31 Gramm) nach oben.

52.000 Tonnen können noch gefördert werden

Gold fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Neben Kupfer gehört es zu den ältesten genutzten Metallen. Weil es kostbar glänzend, selten und beständig ist, war es stets begehrt. Auf den weltweit bedeutenden Goldmärkten wird das rötlich schimmernde und extrem weiche Edelmetall heute vor allem von der Industrie gebraucht - für Schmuck, aber auch in der Elektronikbranche oder als Zahnersatz.

Geologen schätzen, dass weltweit noch Vorräte von etwa 52.000 Tonnen in der Erde ruhen - besonders in Australien (7.400), Südafrika (6.000) und Russland (5.000). In den Safes der USA lagern mit gut 8.100 Tonnen die höchsten Goldreserven, gefolgt von Deutschland (3.400 Tonnen) und dem Internationalen Währungsfonds mit etwa 2.800 Tonnen. China ist der größte Goldproduzent.

(APA/dpa/ekh)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.