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Pakistan: Extremisten verübten Anschlag auf Kirche

Pakistan Dutzende Tote Anschlag
Pakistan Dutzende Tote Anschlag(c) REUTERS (© Fayaz Aziz / Reuters)
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Dutzende Tote gab es bei dem Anschlag in Peshawar. Zwei Selbsmordattentäter hatten sich in die Luft gesprengt, als Gläubige das Gotteshaus nach der Sonntagsmesse verließen.

Beim schwersten Anschlag auf Christen in Pakistan seit Jahren haben Selbstmordattentäter am Sonntag Dutzende Menschen getötet. Zu dem Anschlag bekannte sich die militante Gruppe TTP Jundullah mit Verbindungen zu den Taliban. "Dies sind Feinde des Islam, deshalb nehmen wir sie ins Visier", erklärte ein Sprecher. "Wir werden unsere Angriffe auf Nicht-Muslime auf pakistanischem Boden fortsetzen."

Zwei Angreifer sprengten sich in die Luft, als Gottesdienstbesucher gerade eine Kirche in der Stadt Peshawar nach der Sonntagsmesse verließen. Mindestens 78 Menschen kamen nach Regierungsangaben ums Leben, darunter auch 34 Frauen und sieben Kinder. Mehr als 100 Personen wurden verletzt.

"Ich habe zwei Explosionen gehört", sagte die Gottesdienstbesucherin Margrette. "Die Menschen sind gerannt. Leichenteile lagen überall in der Kirche herum." Sie selbst vermisse immer noch ihre Schwester. Nach Polizeiangaben befanden sich etwa 600 Menschen in der 130 Jahre alten Allerheiligen-Kirche in der Altstadt Peshawars, als die Bomben detonierten.

Christen machen rund vier Prozent der Bevölkerung in Pakistan aus und sind immer wieder Ziel von Angriffen sunnitischer Extremisten. So wurden 2009 40 Häuser und eine Kirche von einem Mob von 1.000 Muslimen in Brand gesteckt, mindestens sieben Christen kamen dabei ums Leben. Bei einem Anschlag auf eine Kirche in Bahawalpur starben 2001 17 Menschen. Die Extremisten sehen Christen - wie auch schiitische Muslime oder Sufi-Anhänger - als Häretiker an. Pakistan gilt als eines der gefährlichsten Länder weltweit für Minderheiten. Das Land wird zusätzlich von einem Taliban-Aufstand erschüttert.

Der Anschlag dürfte die Bemühungen Sharifs erschweren, Friedensverhandlungen mit den Aufständischen zu führen. "Der Ministerpräsident sagt, dass Terroristen keine Religion haben", erklärte das Büro von Regierungschef Nawaz Sharif. "Es ist gegen die Lehren des Islam und aller anderen Religionen, Unschuldige zu töten."

 

 

 

(APA/Reuters)

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