Austria Wien feierte in Graz einen glücklichen 2:1- Erfolg. Verletzungen trübten die Freude bei Trainer Bjelica jedoch ein wenig.
Graz/Wien. Die Austria hat den Abschluss eines durchwachsenen ersten Saisonviertels in der Bundesliga mit viel Kampfgeist versöhnlich gestaltet. Zwei Ausschlüsse und sieben Gelbe Karten standen nach dem 2:1-Erfolg des Meisters bei Sturm Graz am Samstag zu Buche. 12.300 Besucher erlebten einen Schlagabtausch auf Biegen und Brechen. Anders als in den zuletzt gezeigten Heimauftritten durfte sich die Austria danach als glücklicher Sieger fühlen. „Wir haben viel Glück gehabt“, meinte Austrias Trainer Nenad Bjelica, der in Champions League und Liga zuletzt Pech zu beklagen hatte. „Aber so ist der Fußball eben. Manchmal gewinnt man solche Spiele wie heute.“
Unmittelbar nach Schlusspfiff war dem Kroaten die Freude über den vierten Saisonsieg deutlich anzusehen. Die Wiener hielten die nach zwei Siegen in Serie mit deutlich mehr Selbstvertrauen agierenden Grazer damit in der Tabelle auf Distanz. Dass der Dreier ein wenig glücklich war, war den Austrianern durch die Bank bewusst. „Sturm hat viel Druck nach vorn gemacht und uns große Probleme bereitet“, meinte Bjelica.
Ausschlüsse und Ausfälle
Bereits nach sechs Minuten lag der nach dem Champions-League-Auftritt gegen Porto an einigen Positionen veränderte Meister durch ein Tor von Daniel Beichler zurück. Durch Philipp Hosiner (28.) mit seinem ersten Erfolgserlebnis seit mehr als einem Monat und Tomas Šimkovič per Elfer (53.) gelang die Wende. Für Diskussionen sorgte dabei der letztlich entscheidende Strafstoß der Wiener. Sturm-Torhüter Christian Gratzei hatte zuvor Srdan Spiridonovic von den Beinen geholt und dafür Rot gesehen. „Lindner hat keine Karte bekommen, obwohl er einen Spieler klar gefoult hat. Bei mir war es Rot, obwohl der Spieler bei mir eingehakt hat“, sprach Gratzei danach die Szene vor dem 1:0 seiner Elf an. Wie Schiedsrichter Dieter Muckenhammer erklärte, wurde die Aktion von Gratzei jedoch nicht als Torraub, sondern als schweres Foul gewertet. Die eine Viertelstunde später ebenfalls dezimierte Austria (Murg/69.) brachte das Resultat über die Zeit.
„Vor allem in der zweiten Spielhälfte waren wir das klar bessere Team und hätten zumindest Unentschieden spielen müssen“, ärgerte sich Beichler.
Darko Milanič durfte sich zumindest darüber freuen, dass Sturm in den letzten Wochen deutlich verbessert zu Werke geht als noch zu Saisonbeginn. „Sturm hat in den letzten Wochen gezeigt, dass sie einen großen Schritt nach vorn gemacht haben. Aber das ist ein Prozess, wir müssen weiterarbeiten“, sagte der Slowene.
Einziger Negativpunkt für die Austria war, dass die Personaldecke vor dem dicht gedrängten Herbstprogramm weiter dünner wurde. Der sechsfache Saisontorschütze Marko Stanković schied mit Verdacht auf Muskelfaserriss aus, Spiridonovic verletzte sich am Mittelfußknochen. Für beide Mittelfeldspieler steht am Montag eine MR-Untersuchung auf dem Programm, es drohen längere Pausen. Auch Daniel Royer musste zur Pause aufgrund einer Muskelverhärtung vom Spielfeld.
Frustrierendes Knaller-Debüt
Tabellenschlusslicht Admira kam auch unter dem neuen Cheftrainer Walter Knaller nicht vom Fleck. Eine deutliche 0:3-Heimniederlage gegen Wiener Neustadt bedeutete für die Südstädter die bereits siebente Niederlage in neun Runden. Auf Knaller kommt viel Arbeit zu. „In der Pause war ich konsterniert aufgrund der Leistung. Jetzt heißt es, die Ärmel hochzukrempeln. Was wir brauchen, sind Protagonisten in der Mannschaft, die eine Niederlage auch persönlich nehmen. Die haben wir nicht.“
Auf einen Blick
Austria Wien hat nach vier bewerbsübergreifend sieglosen Spielen bei Sturm Graz (2:1) in die Erfolgsspur zurückgefunden. Der amtierende Meister gewann nach Toren von Hosiner (28.) und Šimkovič (53.).
Beim Tabellenschlusslicht Admira nimmt der Negativlauf kein Ende. Das Trainerdebüt von Walter Knaller ging gründlich daneben. Die Niederösterreicher kamen gegen Wiener Neustadt mit 0:3 unter die Räder.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.09.2013)