Euro-Börsen auf Richtungssuche

Marktvorschau. Die europäischen Aktienindizes werden am Mittwoch erneut wenig verändert erwartet. US-Haushalt schlägt auf Anlegerstimmung.

Frankfurt am Main. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex DAX stand knapp eine Stunde vor Handelsstart um 0,10 Prozent unter dem Xetra-Schluss bei 8.655 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeichnete sich am Morgen eine um 0,14 Prozent niedrigere Eröffnung ab.
Seit Ende der Vorwoche tritt der DAX auf der Stelle, auch wenn die anderen Börsen eigentlich einen schwächeren Trend vorgeben. Die mangelnden Fortschritte im Haushaltsstreit in den USA vor der Einigungs-Deadline am 1. Oktober drückten auf die Stimmung, sagte Marktanalyst Craig Erlam von Alpari in London. Das belaste aber auch den US-Dollar bisher nicht und genauso wenig spiele am Markt der Ausgang der Wahl in Deutschland bisher eine Rolle, hieß es bei den Devisenexperten der Commerzbank. Auf der Agenda stehen das GfK-Konsumklima, spanische Erzeugerpreise, eine italienische Anleiheauktion sowie am Nachmittag die Aufträge langlebiger Güter in USA.

Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage besonders dünn und entsprechend wurden die vorbörslichen Kursbewegungen vor allem durch Analystenkommentare ausgelöst. So zählten die Aktien von Wacker Chemie vorbörslich zu den Favoriten im MDax mit einem Plus von 3,24 Prozent bei Lang & Schwarz. Sie profitierten von einer Empfehlung der UBS, die den Spezialchemietitel auf ihre "Most Preferred List" des europäischen Chemiesektors hoben. Hochtief-Aktien gewannen laut Händlern angetrieben von einer Kurszielerhöhung der Societe Generale 1,11 Prozent.

Die Aktien der Versorger Eon und RWE traten am Morgen auf der Stelle. Sie reagierten damit nicht auf einen von Händlern ohnehin "neutral" eingeschätzten Bericht. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" soll Strom nach Vorstellungen der EU-Kommission in Zukunft an einer einheitlichen europäischen Strombörse gehandelt werden. Ende der Woche wolle die Brüsseler Behörde den EU-Staaten dazu einen Vorschlag präsentieren, berichtete die Zeitung. Die Brüsseler Behörde erhofft sich davon eine effizientere Stromerzeugung und sinkende Preise für die Kunden.

Auch Autowerte bleiben im Blick. So könnte etwa Volkswagen einen Blick wert sein. Der Konzern hat in der südchinesischen Metropole Foshan ein neues Werk eröffnet. Die neue Produktionsstätte nahe der Provinzhauptstadt Guangzhou ist wichtiger Teil der Südchina-Strategie, in der wirtschaftlich blühenden Region noch stärker Fuß zu fassen. "Die Expansionsambitionen von VW in Südchina sind aber bekannt", sagte ein Händler. Vorbörslich zeigten sich VW-Vorzüge entsprechend unbeeindruckt.

Der scheidende Chef der deutschen AUA-Mutter Lufthansa, Christoph Franz, schreibt seinem Nachfolger für die kommenden Jahre weitere Einsparungen ins Aufgabenbuch. "Auch nach dem Sanierungsprogramm "Score" wird die Lufthansa weiter an ihrer Gewinnentwicklung arbeiten müssen", sagte der Vorstandschef von Europas größter Fluggesellschaft in Seeheim-Jugenheim. "Ob das dann ein neues Programm wird oder ob es um kontinuierliche Verbesserungen geht, wird man sehen." Seit Anfang 2012 versucht die Lufthansa, mit dem Sparkurs "Score" ihren operativen Gewinn bis zum Jahr 2015 um 1,5 Mrd. auf 2,3 Mrd. Euro zu steigern. 3.500 Arbeitsplätze und die Lufthansa-Zentrale in Köln stehen auf der Streichliste.

(APA/dpa-AFX)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.