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Salzburger Festspiele: Hinterhäuser neuer Intendant

Markus Hinterhäuser Wiener Festwochen blauer Hintergrund
Markus Hinterhäuser: Von den Wiener Festwochen zu den Salzburger Festspielen(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
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Der im Vorfeld als Favorit gehandelte Markus Hinterhäuser übernimmt ab 2017 die Salzburger Festspiele. Helga Rabl-Stadler bleibt Präsidentin.

Er galt von Anfang an als Favorit, nun wurde er dieser Rolle gerecht: Markus Hinterhäuser wird Intendant der Salzburger Festspiele. Das hat "Die Presse" im Vorfeld der Kuratoriumssitzung erfahren. Ab 14 Uhr tagte das Kuratorium der Salzburger Festspiele, das die Wahl einstimmig beschließen musste. Es hat sich schon im Vorfeld geeinigt. Die um 16.30 Uhr anberaumte Pressekonferenz wurde um eine Stunde vorverlegt, in dieser wurde die Intendantenkür offiziell gemacht. Hinterhäuser wird einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten und die Festspiele bis 2021 leiten.

Helga Rabl-Stadler bleibt Präsidentin der Salzburger Festspiele. Das Kuratorium hat heute einstimmig den Vertrag mit der 65-Jährigen verlängert. Sie wird bis einschließlich 2017 im Amt bleiben. Die Ausschreibung, an der sich insgesamt zehn Personen beteiligt hatten, war wohl nur Formsache. Denn Rabl-Stadler wurde im Vorfeld vom Kuratorium offiziell gebeten, zur Verfügung zu stehen, die Langzeitpräsidentin, die seit 1995 im Amt ist, hatte dies bereits zugesagt.

"Eine ganz, ganz einfache Übung" kündigte Andrea Ecker, zurzeit Vorsitzende des Kuratoriums die Bekanntgabe an. Hinterhäuser sei der best qualifizierte für die Funktion des Intendanten der Salzburger Festspiele. Entscheidend sei dessen Verbundenheit mit Salzburg gewesen, "das gewährleistet eine längere Perspektive für Salzburg". Weiters verwies sie auf die "doppelte Kompetenz" Hinterhäusers und seine Erfahrung als Kunst- und Kulturmanager mit Innovationskraft. Wörtlich sprach Ecker von einem "eindrucksvollen künstlerischen Konzept, das eine anspruchsvolle Ausrichtung der Festspiele gewährleistet".

Hinterhäuser: "Größe und wichtige Aufgabe"

"Es ist eine große und wichtige Aufgabe für mich, weil ich die Salzburger Festspiele wirklich mag, weil ich sehr an den Festspielen hänge", sagte Markus Hinterhäuser nach Bekanntgabe. "Vieles in meinem Leben ist durch meine Zeit bei den Festspielen beeinflusst und bestimmt. Es gibt nichts in meinem Leben, das ohne Salzburg passiert wäre."

Pereira löste Vertrag früher auf

Hinterhäuser folgt auf Alexander Pereira, der bereits nächsten Herbst nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung an die Mailänder Scala wechselt. Der 55-Jährige, der 2014, 2015 und 2016 bis die Wiener Festwochen leitet, geht 2017 nach Salzburg. Der jetzige Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf und Präsidentin Helga Rabl-Stadler überbrücken die Jahre 2015 und 2016 in einer Doppelspitze.

Hinterhäuser war bereits 2011 für eine Saison Interimschef der Festspiele, von 2006 bis 2011 war er als Konzertchef in Salzburg. Bei der Intendantenwahl 2009 hatte er als Favorit gegolten. Im letzten Moment zog das Kuratorium aber doch den erfolgreichen Sponsorensammler Pereira, damals Opernchef in Zürich, vor. Nach finanziellen Streitigkeiten entschied sich dieser aber für den Wechsel nach Mailand.

15 Kunst-Manager haben sich für diese Spitzenfunktion beworben, mit etwa der Hälfte dieser Bewerber haben die Kuratoren eingehende Gespräche geführt.

Die Intendaten der Salzburger Festspiele

1956 - 1989 Herbert von Karajan
1990 - 2001 Gerard Mortier
2002 - 2006 Peter Ruzicka
2007 - 2010 Jürgen Flimm
2011 Markus Hinterhäuser (interimistisch)
2012 - 2014 Alexander Pereira
2015 - 2016 Sven-Eric Bechtolf (interimistisch)
2011 - 2013 Alexander Pereira
Ab 2017 Markus Hinterhäuser

(Red.)