Raiffeisen-Spitzeninstitut streicht mindestens 120 Jobs

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Die RZB kappt teure Doppelgleisigkeiten. Das Rationalisierungsprogramm läuft vorerst bis 2017 und soll ohne Kündigungen auskommen.

Bei der Raiffeisen Zentralbank wird der Sparstift angesetzt: Die RZB kauft derzeit die Landesbanken aus vier bisher gemeinsamen Töchtern aus, nämlich Bausparkasse, Kapitalanlagegesellschaft, Wohnbaubank und Factor Bank. Beim Leasing ist das schon erledigt. In insgesamt acht Spezialgesellschaften sind zusammen 1200 Mitarbeiter beschäftigt. Ziel ist es, 25 Millionen pro Jahr zu sparen und mindestens zehn Prozent der Stellen einzusparen, sagt RZB-Vorstand Johannes Schuster. Der Abbau von 120 Posten gilt als Untergrenze. Bei den Stellenstreichungen will der Vorstand ohne Kündigungen auskommen.

Wie "Die Presse" bereits berichtete, kappt die RZB teure Doppelgleisigkeiten. Was nicht Kerngeschäft ist, wird intern ausgelagert, also zentralisiert. Gleiche Aufgaben werden an gleicher Stelle getätigt. So werden alle Marketing-Agenden der "Verbundtöchter" (Spezialgesellschaften) bei der RZB zusammengelegt. Gleiches gilt für Presseabteilungen. Marketing- und PR-Leute der Töchter sind künftig auf der Payroll der RZB. Auch Personalabteilungen werden die Einzelfirmen nicht mehr führen. Das passiert nur mehr in der Raiffeisen Bank International (RBI). Gleiches gilt für IT, die die meisten Töchter selber haben, sowie für Rechtsabteilungen, Controlling, Treasury oder Asset Management, wobei letztes bei der KAG konzentriert wird. Alle "klassischen Stabsfunktionen" sind betroffen.

Bis zu 500 Mitarbeiter werden "neu zugeordnet"

"Neu zugeordnet" würden so 400 bis 500 Mitarbeiter. Klar sei, dass es hier "nicht zu den großen Hurra-Schreien kommt", weiß Schuster. Dass man auf dem Weg auch die eine oder andere Spitzenkraft verlieren wird, ist dem Vorstand bewusst. "Veränderung bringt Reisende mit sich". Das Rationalisierungsprogramm läuft vorerst bis 2017. "Bei uns passiert im Kleinen, was in der Raiffeisen Bank International im Großen passiert", sagte Schuster. Es werde an allen Schrauben gedreht. Schuster sprach am Mittwochabend vor Journalisten von der größten "Outsourcingwelle" seit zwölf Jahren.

(APA)

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