US-Börsen verstolpern Freitagauftakt

Marktbericht. Die Futures hatten es angedeutet und das überraschend deutlich rückläufige US-Verbrauchervertrauen drückt die Indizes zusätzlich.

New York (APA/dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Freitag kurz nach Handelsstart einheitlich im roten Bereich tendiert. Bis gegen 15.50 Uhr fiel der Dow Jones Industrial Index um 82,68 Einheiten oder 0,54 Prozent auf 15.245,62 Zähler. Der S&P-500 Index verlor 8,44 Punkte oder 0,50 Prozent auf 1.690,23 Zähler. Der Nasdaq Composite Index gab um 17,92 Punkte oder 0,47 Prozent auf 3.769,51 Einheiten ab.

Auf das Sentiment drückte vor allem der anhaltende US-Budgetstreit. Der weltgrößten Volkswirtschaft droht die Zahlungsunfähigkeit, sollten sich die Demokraten und die Republikaner im Kongress nicht bis zum 1. Oktober, dem Ende des Haushaltsjahres 2013, auf ein provisorisches Budget einigen können. Marktteilnehmer fürchten insbesondere, dass der Haushaltsstreit das US-Wirtschaftswachstum schmälern könnte, hieß es aus dem Handel.

Nur wenig Beachtung fanden indessen die vorbörslich veröffentlichten Konjunkturdaten. So sind die Konsumausgaben im August um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Ein Grund für die gesteigerte Kauflust sind die höheren Einkommen. Sie legten um 0,4 Prozent zu und damit so kräftig wie seit Februar nicht mehr.
Die trübe Lage am Arbeitsmarkt und der schwelende Haushaltsstreit in Washington lastet zudem auf der Stimmung der US-Verbraucher. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen sank im September nach endgültigen Berechnungen zum Vormonat um 4,6 auf 77,5 Punkte, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan am Freitag mitteilten. Das ist der niedrigste Wert binnen fünf Monaten. Es rechneten zwar nur wenige Verbraucher damit, dass der Haushaltsstreit tatsächlich zu Schließung von Behörden führen werde, sagte Studienleiter Richard Curtin: "Aber die Klagen über die Regierungsarbeit nehmen zu, und überdies haben sich die Jobaussichten verdüstert."

Die seit Montag im Dow Jones notierenden Nike-Aktien zogen zum Wochenschluss um 6,30 Prozent auf 74,77 Dollar an und setzten sich damit klar an die Spitze des US-Leitindex. Am Vorabend hatte der Sportartikelhersteller überraschend positive Quartalszahlen veröffentlicht. Nike konnte im ersten Geschäftsquartal einen Gewinnsprung von 38 Prozent im Vergleich auf unter dem Strich 780 Mio. Dollar verzeichnen.

Auf der Verliererseite waren indessen Technologiewerte wie Cisco Systems (minus 2,40 Prozent) und IBM (minus 1,29 Prozent) zu finden. Auch die Finanztitel Goldman Sachs (minus 1,35 Prozent) und American Express (minus 0,64 Prozent) starteten im roten Bereich.

Bei J.C. Penney setzt sich die steile Abwärtsbewegung der vergangenen Handelstage weiter fort. Die Aktien büßten im Frühhandel 9,88 Prozent auf 9,39 Dollar ein, nachdem sie bereits vorbörslich um 7,7 Prozent abgerutscht waren. Seit Wochenbeginn sackten die Papiere um rund ein Viertel ihres Werts ab. Die problembehaftete Kaufhauskette benötigt Liquidität, um Ware für das wichtige Weihnachtsgeschäft zu bestellen. Mit einer Kapitalerhöhung will das Unternehmen daher bis zu 932 Mio. Dollar einsammeln, hieß es von Marktteilnehmern.

(APA/dpa-AFX/Reuters/ekh)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.