In ganz Europa belasteten die italienische Regierungskrise und der US-Budgetstreit die Börsenstimmung.
Die Wiener Börse hat am Montag zu Mittag weiter schwach tendiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.524,65 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 24,07 Punkten bzw. 0,94 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,90 Prozent, FTSE/London -0,83 Prozent und CAC-40/Paris -1,18 Prozent.
In ganz Europa belasteten die italienische Regierungskrise und der US-Budgetstreit die Börsenstimmung. Viele Investoren dürften angesichts dieser Unsicherheiten derzeit Gewinne mitnehmen, hieß es. Der Ausgang der Nationalratswahl in Österreich dürfte sich hingegen nicht am Markt ausgewirkt haben, sagten Analysten.
„Aufgrund der ziemlich wahrscheinlichen Wiederauflage der Zweierkoalition von SPÖ und ÖVP ist mit keiner unmittelbaren Reaktion auf die Aktienkurse zu rechnen“, heißt es in einer Analyse von Raiffeisen Research. Auch Erste-Group-Chefanalyst Friedrich Mostböck sieht keinen wesentlichen Einfluss des Wahlausgangs auf die Wiener Börse. Es habe keine großen Überraschungen gegeben, eine Große Koalition sei wahrscheinlich, sagte Mostböck zur APA. Der Analyst sieht derzeit vor allem die Krisen in Italien und den USA als Belastungsfaktoren.
In Italien steht die Regierungskoalition nach dem Rücktritt von fünf Ministern der Partei von Silvio Berlusconi vor dem möglichen Aus. In den USA droht der Regierung das Geld auszugehen, sollte es bis Montagabend keine Einigung auf zumindest ein Übergangsbudget geben. Ohne Budget kommt es zu einer Lahmlegung der Verwaltung, einem sogenannten „Government Shutdown“.
An der Wiener Börse notierten die ATX-Schwergewichte zu Mittag großteils im Minus. Größere Abgaben gab es vor allem bei OMV (minus 1,93 Prozent auf 36,58 Euro) und Erste Group (minus 1,37 Prozent auf 23,33 Euro). Gesucht waren nach einer neuen Analysteneinstufung Telekom Austria. Sie stiegen um 0,95 Prozent auf 6,15 Euro. Die Analysten der HSBC hatten ihr Kursziel für die Aktie von 6,0 auf 6,2 Euro erhöht und ihre Empfehlung "neutral" bestätigt. In der Vorwoche hatte die Telekom Austria-Aktie bereits gut zehn Prozent zugelegt.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zur Eröffnung bei 2.548,59 Punkten, das Tagestief lag kurz nach Handelsstart bei 2.516,53 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,88 Prozent tiefer bei 1.238,93 Punkten. Im prime market zeigten sich 13 Titel mit höheren Kursen, 22 mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 1.406.361 (Vortag: 1.991.768) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 34,961 (42,00) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 133.070 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 6,21 Mio. Euro entspricht.
(APA)