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"Jagd auf Roter Oktober": US-Autor Tom Clancy ist tot

Tom Clancy Autor tot
Tom Clancy(c) EPA (Andrew Gombert)
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Der US-Schriftsteller starb mit 66 Jahren. Mit Romanen wie "Jagd auf Roter Oktober" und "Die Stunde der Patrioten" landete Clancy Bestseller.

Sag niemals nie – als es mit Sean Connery als James Bond trotz Toupet vorbei war, spielte der virile Schotte einen neuen Helden: In „Jagd auf Roter Oktober“ und zwar den litauischen Kapitän eines russischen Atom-U-Bootes, das die US-Abwehr unterläuft, aber nicht um anzugreifen, sondern um überzulaufen. Der 1990 gedrehte Film kostete 30 Mio. Dollar und spielte 200 Millionen Dollar ein, weil er den Schmerz über Connerys Bond-Abschied milderte und die Neugier anstachelte: Connery als Sowjetbürger? So was!

Das Buch schrieb Tom Clancy. Ein großer Literat war er nicht, aber auch kein billiger Reißer-Schreiber. Er recherchierte, hatte beste Kontakte zum US-Militär und verfasste außer Romanen auch Sachbücher („Atom-U-Boot, Reise ins Innere eines nuklearen Kriegsschiffes“). Clancy bildete Amerika ab, wie es Amerika und seine Fans mögen, als starke Nation voller Helden wie aus Hollywood-Filmen. Einige seiner Bücher widmete Clancy nicht umsonst dem früheren US-Präsidenten und Hollywood-Western-Helden Ronald Reagan. Clancy stammte aus Baltimore. Er wollte zum Militär, bestand aber die Augenuntersuchung nicht. Hernach leitete er eine Versicherungsagentur.

Kenner der harten Männer

1984 erschien „Jagd auf Roter Oktober“, 1986 „Im Sturm“, es geht um einen Krieg zwischen der Nato und der Sowjetunion. 1987 kam „Die Stunde der Patrioten“ heraus, 1992 mit „Indiana Jones“ Harrison Ford verfilmt. „Undistanzierter Agenten-Thriller, der ein Loblied auf die menschenverachtenden Machenschaften der CIA und den Patriotismus des US-Bürgers anstimmt“, urteilte die Filmkritik.

Weitere bekannte Bücher von Clancy sind „Der Kardinal im Kreml“ über den Wettlauf der Supermächte in der Lasertechnik und „Der Schattenkrieg“, es geht um den Drogenkrieg in Kolumbien. 1994 wurde dieser Roman wieder mit Harrison Ford und William Dafoe verfilmt: „Das Kartell“. Zuletzt schrieb Clancy „Ziel erfasst“ (2013). Die Protagonisten vieler seiner Romane waren selbst Klassiker – z. B. der CIA-Analyst Jack Ryan. Clancy gründete eine Spielefirma, die Ubisoft übernahm, später kaufte der Konzern Clancys Namen, für angeblich 20 Mio. Dollar. Ubisoft kann nun Spiele, Filme u. v. a. Produkte unter Clancys Namen verkaufen. Clancy, der Kenner der harten Männer, starb 66jährig in Baltimore. (bp)

Clancys Romane:

"Jagd auf Roter Oktober" (1984; The Hunt For Red October)

"Im Sturm" (1986; Red Storm Rising)

"Die Stunde der Patrioten" (1987; Patriot Games)

"Der Kardinal im Kreml" (1988; The Cardinal of the Kremlin)

"Der Schattenkrieg" (1989; Clear and Present Danger)

"Das Echo aller Furcht" (1991; The Sum of All Fears)

"Gnadenlos" (1993; Without Remorse)

"Ehrenschuld" (1994; Debt of Honor)

"Befehl von oben" (1996; Executive Orders)

"Operation Rainbow" (1998; Rainbow Six)

"Im Zeichen des Drachen" (2001; The Bear and The Dragon)

"Red Rabbit" (2002)

"Im Auge des Tigers" (2003; The Teeth Of The Tiger)

"Dead or Alive" (2010) "Gegen alle Feinde" (2011; Against all Enemies) "Ziel erfasst" (2013; Locked On)