Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Ungleichheiten auch zwischen Selbstständigen

Ungleichheiten auch zwischen Selbststaendigen
Ungleichheiten auch zwischen Selbststaendigen(c) Erwin Wodicka
  • Drucken

Für Freiberufler und neue Selbstständige gibt es Nachteile. Darunter fallen etwa Künstler, Autoren, Vortragende, Selbstständige in Gesundheitsberufen und freie Dienstnehmer.

Wien. Laut Wirtschaftskammer gibt es in Österreich 251.176 Einpersonenunternehmen (EPU). Sie machen damit mehr als die Hälfte aller gewerblichen Unternehmen aus. Sie sind aber nicht die einzigen beruflichen Einzelkämpfer: Dazu kommen noch viele Freiberufler und die „neuen Selbstständigen“, die ebenfalls nicht von der Gewerbeordnung erfasst sind. Darunter fallen etwa Künstler, Autoren, Vortragende, Selbstständige in Gesundheitsberufen und freie Dienstnehmer.

In vieler Hinsicht sind neue Selbstständige Gewerbetreibenden gleichgestellt, es gibt aber auch Unterschiede. So werden neue Selbstständige nur dann in die Pflichtversicherung einbezogen, wenn ihr Einkommen mehr als 6453,36 Euro jährlich beträgt. Oder 4641,60 Euro jährlich für jene, die im selben Kalenderjahr auch andere Erwerbseinkünfte hatten oder Sozialversicherungsleistungen bezogen haben (etwa Kinderbetreuungsgeld, Arbeitslosengeld oder eine Pension). In den ersten drei Jahren entspricht die Mindestbeitragsgrundlage bei hauptberuflicher Tätigkeit jener der Gewerbetreibenden, beträgt also ebenfalls 537,78 Euro. „Während aber ,normale‘ Gewerbetreibende in den ersten beiden Jahren ihrer Tätigkeit nur Mindestbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten, zahlen neue Selbstständige auf der Basis ihres Umsatzes, unter Umständen bis zur Höchstbeitragsgrundlage“, kritisiert Steuerberater Helmut Moritz.

 

Förderung nicht für alle

Es gebe aber noch eine andere Ungleichbehandlung zwischen verschiedenen Gruppen von Selbstständigen: „Seit 1. September 2009 können EPU Förderungen für den ersten Mitarbeiter bekommen, und zwar 25 Prozent der Lohnkosten des ersten Jahres des Beschäftigungsverhältnisses. Die Förderung erhält der Arbeitgeber aber nur, wenn er in der gewerblichen Sozialversicherung unfall-, pensions- und krankenversichert ist.“ Das soll Kleinstunternehmer, die nur der gesetzlichen Unfallversicherungspflicht unterliegen, von der Inanspruchnahme ausschließen.

„Damit können aber auch jene Berufsgruppen, die aufgrund ihrer Standesregeln eine andere Krankenversicherung als die in der gesetzlichen Sozialversicherung haben, die Förderung nicht erhalten“, so Moritz. Das könne etwa Steuerberater oder Architekten betreffen. Was die Frage aufwerfe, „warum Arbeitsplätze in diesen Berufsgruppen weniger förderungswürdig sind als andere“. (cka)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2013)