Papst, omnipotent

Natürlich, der Job ist extraspeziell. Und es mag nicht jedermanns Sache sein, ständig Schweizer Gardisten in seiner Nähe zu spüren.

Natürlich, der Job ist extraspeziell. Und es mag nicht jedermanns Sache sein, ständig Schweizer Gardisten in seiner Nähe zu spüren. Auch über die Kleidungsvorschriften ließe sich streiten. Aber um eines beneiden selbst Barack Obama und Wladimir Putin den Papst sicher: dessen Omnipotenz. Er muss sich nicht Unterstützung irgendwelcher Volksvertreter, Oligarchen oder Militärs erschleichen. Er kann seine engsten Mitarbeiter, allesamt Monsignore, Erzbischöfe, Kardinäle gar, als „Höflinge“, die Kurie als „Lepra“ desavouieren. Mit einer Unterschrift aus dem Nichts eine Parallelstruktur eines erlesenen Beraterkreises erschaffen. Ohne lästige Begutachtungs- oder Abstimmungsverfahren. Er ist in Entscheidungen absolut frei. Ob so die von Martin Luther – ausgerechnet! – propagierte Freiheit eines Christenmenschen aussieht? Wohin, bitte, wohin soll das noch führen?

E-Mails an:dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2013)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.