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Wenn die SPÖ Schwarz-Blau fördert

Nun schlägt die Stunde der Strategen und Pokerspieler in den Parteien.

Nun schlägt die Stunde der Strategen und Pokerspieler in den Parteien. Nur das mit dem Bluffen und dem Pokerface klappt noch nicht richtig. Brav befolgten alle SPÖ-Landeshauptleute SMS-Weisungen aus der Zentrale und erklärten unisono, zum Teil ungefragt, jedenfalls drohend: Wenn sich die ÖVP lange spiele, gehe die SPÖ in Opposition.

Ähem. Was im Wiener Rathaus, in der Grazer Burg und im bunten Klagenfurter Landhaus wie Staatsbankrott und -putsch auf einmal klingt, war die Hoffnung mancher. Dummerweise geht das Koalieren der Rechtsparteien nicht so leicht, die einen mögen es gern chaotisch, die anderen EU- und ausländerfeindlich, die Dritten ländlich-beamtisch und machtpolitisch für andere gefährlich.

Aber es ist ein schönes Drehbuch für Michael Spindelegger: Er verhandelt lange, ernsthaft, brav alle Punkte, die er vor der Wahl versprochen hat. Die SPÖ verlässt irgendwann entnervt-überheblich den Tisch. Nicht einmal Heinz Fischer kann etwas machen! Der schwarze Tropf muss in den sauren Apfel beißen: Eigentlich wollte er ein breites Bündnis. In der Not muss es mit der FPÖ und einem Dritten gehen. Er wird Kanzler. Damit das Land nicht unregierbar ins Chaos gleitet. Oder so. Irgendjemand in der SPÖ-Zentrale hat seinen Machiavelli verkehrt gelesen.

E-Mails an: rainer.nowak@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2013)