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Datendiebstahl: Hauptangeklagter beging Suizid-Versuch

Clemens Fabry
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Verdächtiger zu Prozessbeginn im Spital. 13 Justizbeamte sollen illegal 133.000 Datensätze an Kreditauskunftei verkauft haben.

Ohne den Hauptangeklagten ist am Dienstag im Wiener Straflandesgericht der Prozess um eine groß angelegte Daten-Affäre bei der Justiz eröffnet worden. Der 68-jährige Chef einer Wiener Kreditauskunftei befindet sich seit Montag nach einem Suizid-Versuch in einem Spital.

Zur Vermeidung von Verfahrensverzögerungen wurde das Verfahren gegen den 68-Jährigen ausgeschieden. Er soll laut Anklage ab 2002 13 korrupten Gerichtsbediensteten aus ganz Österreich nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Daten aus dem elektronischen Register der Justiz (VJ-Register) abgekauft haben.

Monopolstellung am "Markt"


Diesen Datenschatz gab der Unternehmer weiter, wobei seine Firma zuletzt de facto eine Monopol-Stellung innehatte, was Auskünfte über die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Privatpersonen betrifft. Wie Staatsanwalt Wolfgang Handler zu Beginn der Verhandlung ausführte, soll der 68-Jährige mit den illegal beschafften und weitergegebenen Vermögensverzeichnissen und Listenabfragen aus laufenden Exekutionsverfahren monatlich 32.000 Euro verdient haben.

Das Verfahren ist vorerst auf neun Verhandlungstage anberaumt, Urteile wird es frühestens am 25. Oktober gehen. Den zwölf erschienenen Angeklagten - neben dem Unternehmer fehlte krankheitsbedingt auch ein 72-jähriger, mittlerweile pensionierter Justiz-Mitarbeiter - drohen bis zu fünf Jahre Haft.