Börseschluss. Die Wiener Börse hat am heutigen Dienstag bei schwachem Volumen mit leichterer Tendenz geschlossen - Erste, Voest, Andritz als Bleigewichte.
Wien. Der heimische Leitindex ATX fiel gegenüber dem Montag-Schluss (2.501,68) um 24,32 Punkte oder 0,97 Prozent auf 2.477,36 Zähler. Gegenüber Ultimo 2012 liegt der ATX per heute 76,15 Punkte oder 3,17 Prozent im Plus. Der ATX Prime schloss mit einem Minus von 0,89 Prozent oder 10,97 Punkten bei 1.218,21 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,53 Prozent, DAX/Frankfurt -0,30 Prozent, FTSE/London -1,05 Prozent und CAC-40/Paris -0,63 Prozent.
In Anbetracht des nach wie vor ungelösten US-Haushaltsstreits herrschte weiter Zurückhaltung unter den Anlegern. Seit Anfang Oktober liegt die US-Verwaltung weitgehend lahm, im Zuge dessen bleiben auch einige Datenveröffentlichungen wie beispielsweise der Arbeitsmarktbericht für September aus. Damit fehle den Investoren eine wichtige Orientierungshilfe für die Bewertung der konjunkturellen Lage, hieß es von Marktteilnehmern.
Zudem droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit, sollten sich die Demokraten und Republikaner bis 17. Oktober nicht zumindest auf eine Anhebung der Schuldengrenze geeinigt haben. Laut Händlern wird jedoch am Markt überwiegend damit gerechnet, dass es noch rechtzeitig zu einer Einigung im US-Kongress kommt.
In Wien blieb die Nachrichtenlage sehr ruhig. Belastet wurde der ATX unter anderem von den Kursverlusten bei Andritz (minus 1,41 Prozent auf 43,38 Euro) und voestalpine (minus 1,76 Prozent auf 33,74 Euro). Die Analysten von Kepler Cheuvreux haben ihr Votum für die Aktien des Stahlkonzerns von "Buy" auf "Hold" gesenkt. Das Kursziel wurde jedoch leicht von 36,0 Euro auf 37,0 Euro angehoben.
Im Einklang mit einem schwächelnden europäischen Umfeld zeigten sich auch heimische Finanzwerte im roten Bereich. So schlossen Erste Group um 1,77 Prozent leichter bei 23,28 Euro und Raiffeisen gaben 0,58 Prozent auf 23,86 Euro ab. Mit diesem Minus zeichnet die Erste Group alleine für mehr als ein Drittel der ATX-Abschläge verantwortlich. Vienna Insurance Group (VIG) fielen um 1,15 Prozent auf 37,93 Euro. Voestalpine und Andritz geben 1,76 bzw. 1,41 Prozent nach.
Indessen setzten sich Valneva mit plus 2,52 Prozent auf 4,31 Euro an die Spitze der Wiener Kurstafel. Gleich dahinter rangierten Strabag mit plus 2,34 Prozent auf 18,38 Euro. Der Baukonzern hat die Ausschreibung für den Bau eines Abschnitts der ungarischen Autobahn M4 gewonnen, hieß es am Montagabend. Dabei setzte sich die Strabag mit ihrem Angebot von 31,5 Mrd. Forint (106,09 Mio. Euro) für 13,2 Kilometer Autobahn gegen die Konkurrenz durch.
Das Tageshoch erreichte der ATX knapp nach Handelsbeginn mit 2.504,59 Zählern. Das Tagestief lag zum Sitzungsschluss bei 2.476,96 Zählern. Im prime market zeigten sich am Ende der Sitzung zwölf Titel mit höheren Kursen, 24 mit tieferen und keiner unverändert. In einer Aktie kam es zu keiner Kursbildung.
Gehandelt wurden im prime market 4.472.395 (Vortag: 4.310.090) Stück Aktien (Einfachzählung). Umsatzstärkste Aktie war Erste Group mit 449.133 Stück Aktien. Wertmäßig kam heute ein Umsatz im prime market (Doppelzählung) von 112,865 (108,618) Mio. Euro zu Stande, wovon 21,07 Mio. Euro allein auf Erste Group entfielen.
(APA/ekh)