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Fokussierte Unintelligenz nach der Wahl

Bravo, Rot-Grün macht das Chaos noch größer.

Der Wahlkampf als Zeit der fokussierten Unintelligenz ist vorbei – doch während der Wahlkampf sich daran hält, will die Intelligenz in Wien nicht so recht zurückkehren. Beobachten lässt sich das am Dauerpatienten der rot-grünen Stadtpolitik – der Mariahilfer Straße. Da verkündet erst Vizebürgermeisterin Vassilakou stolz, dass sie die Straße mit Pflasterbelag und Trampolinen behübschen will. Und dann lässt der rote Koalitionspartner ihr per Aussendung ausrichten, dass man ganz andere Pläne für die Einkaufsstraße habe.

Gut, einige der Änderungen, die die SPÖ fordert, sind sinnvoll – dass Querungen wieder möglich sein sollen. Dass Radfahrer in einer Fußgängerzone nicht unbedingt sein müssen, lässt sich auch argumentieren. Sowie auch, dass die Begegnungszonen vor allem eines sind – verwirrend. Doch dass man ernsthaft überlegt, die Straße in zwei Minifußgängerzonen zu teilen, damit der 13A wie bisher durchfahren kann, kann wohl nur ein Versuch sein, noch mehr Verwirrung zu stiften. Verwirrend auch, dass sich die rote Bezirksvorsteherin von Mariahilf, unter deren Namen die Aussendung verschickt wurde, von den SP-Vorschlägen distanziert.

Die Grünen haben – nicht zu Unrecht – durch die Vorgänge auf der Mariahilfer Straße den Ruf erworben, chaotisch zu sein. Doch die SPÖ scheint dem kleinen Koalitionspartner nacheifern zu wollen. Aber, Herr Bürgermeister, Chaos lässt sich nicht mit Chaos beseitigen.

erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2013)