Laut Erste Bank hat jedes zweite Unternehmen noch nicht umgestellt. Ein Vorteil des Sepa-Verfahrens ist die Verkürzung der Durchführungsfrist für eine Überweisung.
Wien. Ab 1.Februar 2014 müssen Bankkunden bei Überweisungen und Lastschriften im europäischen Zahlungsraum (Sepa) statt der alten Kontonummer die je nach Land bis zu 34-stellige Iban-Nummer verwenden. Die Erste Bank machte am Donnerstag darauf aufmerksam, dass in Österreich jedes zweite Unternehmen darauf noch nicht vorbereitet ist. „Die interne Umstellung bei den Unternehmen dauert rund drei Monate. Der Aufwand dafür wird nach wie vor unterschätzt“, sagte Jean-Yves Jacquelin von der Erste Bank.
Bei Firmen, die jetzt nicht handeln, könnte es im Februar zu Liquiditätsengpässen, offenen Rechnungen oder Verzögerungen bei Gehaltszahlungen kommen. Wer dann nicht alle Kontodaten von Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern umgestellt hat, kann keine Banktransaktionen mehr vornehmen. Alle Zahlungsaufträge, die ab Februar 2014 im alten Format verschickt werden, können von den Banken nicht mehr gebucht werden.
Ein Vorteil des Sepa-Verfahrens ist die Verkürzung der Durchführungsfrist für eine Überweisung auf nur einen Werktag, egal, wohin man das Geld innerhalb der EU überweist. In Deutschland kam es im Zuge der Umstellung zu Problemen. Bei mehreren tausend Sparkassen-Kunden kam es zu doppelten Buchungen von Daueraufträgen. Konsumentenschützer raten, im Vorfeld der Umstellung alle Kontobewegungen aufmerksam zu beobachten. Die deutsche Bankengewerkschaft warnte jüngst vor einem Konto-Chaos, weil die Institute für die Umstellung zu wenig Personal hätten. (höll)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.10.2013)