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Formel 1: Frühere Testfahrerin Maria de Villota ist tot

Maria de Villota
Maria de Villota(c) REUTERS (SERGIO PEREZ)
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Maria de Villota wurde tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Eine Autopsie spricht von einem natürlichen Tod. 2012 hatte sie einen schweren Unfall.

Die frühere Formel-1-Testpilotin Maria de Villota ist tot. "Maria ist von uns gegangen. Sie ist jetzt bei den Engeln im Himmel", schrieb die Familie der spanischen Rennfahrerin am Freitag auf ihrer offiziellen Facebook-Seite und bestätigte damit Meldungen in spanischen Medien.

Den Medienberichten nach habe ein Angestellter eines Hotels in Sevilla um 7.23 Uhr morgens einen Notruf getätigt. Die eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen der Rettungskräfte seien jedoch ohne Erfolg geblieben. Die ebenfalls alarmierte Polizei ließ den Leichnam anschließend untersuchen. Die erste Autopsie ergab eine "natürliche Todesursache". Weitere Details wurden bislang nicht bekannt.

Auch Carlos Gracia, Präsident des spanischen Automobilverbands, erklärte, dass de Villota während des Schlafs eines natürlichen Todes verstorben sei. "Sie war schon tot war, als ihr persönlicher Assistent ins Zimmer kam, um sie aufzuwecken", sagte Gracia.

"Das ist ein schrecklicher Schlag für unsere Familie. Sie war ein Mensch, der sehr viel Optimismus und Lebensfreude verbreitet hat", sagte ihr Cousin Javier Perez dem Fernsehsender TVE und mutmaßte, dass ihr Tod wohl mit dem Unfall von 2012 und den vielen Operationen zu tun habe.

Biografie: "Das Leben ist ein Geschenk"

Die ehemalige Marussia-Pilotin hatte im Vorjahr traurige Berühmtheit erlangt, als sie bei einer Testfahrt schwer verunglückt war und ein Auge verloren hatte. In Sevilla wollte de Villota auf einer Konferenz einen Vortrag zum Thema "Was wirklich zählt" geben. Es handelt sich dabei um eine Initiative für Jugendliche, die traumatische Erfahrungen hinter sich haben.

Im Juli hatte de Villota ihren Freund geheiratet und in einem Interview betont, "eine zweite Chance" erhalten zu haben. Sie würde ihre Narben mit Stolz tragen, sagte sie damals. Für Montag war zudem die Präsentation ihres Buches "Das Leben ist ein Geschenk" geplant. Darin erzählt sie unter anderen vom ersten Blick in den Spiegel nach dem Unfall. "Meine Mutter schob mich im Rollstuhl vor den Spiegel. Ich trug keine Augenbinde. Ich war schockiert, aber viel schlimmer war der Blick meiner Mutter. Damals fragte ich mich, wer mich so jemals lieben können würde", schreibt die 33-Jährige. "Heute aber kann ich in den Spiegel blicken und ich erkenne darin, wer Maria de Villota wirklich ist."

Maria de Villota im März 2012.
Maria de Villota im März 2012.(c) Reuters (Daniel Munoz)

Betroffenheit im Formel-1-Zirkus

Der derzeit in Japan gastierende Formel-1-Zirkus reagierte bestürzt auf die Todesnachricht. So ließ etwa Landsmann Fernando Alonso unmittelbar nach der zweiten Trainingsfahrt wissen: "Ich erfuhr es, als ich mir gerade den Helm abnahm. Ich bete für sie und ihre ganze Familie." Sebastian Vettel twitterte: "R.I.P Maria Villota". Auch Lewis Hamilton zeigte sich betroffen. "Es ist eine schreckliche Nachricht. Diese Frau hatte schon mehr durchgemacht als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben." Sie sei eine fantastische Fahrerin gewesen, sagte FIA-Präsident Jean Todt: "Maria war ein Vorbild für alle Frauen im Motorsport."

(red/APA/dpa)