Die Regierungsparteien versetzen einen neuen Schwung Mitarbeiter von Post, Telekom in den Bund.
Haben die Dauerregierungsparteien SPÖ und ÖVP die Botschaft jenes 29. Septembers verstanden? Ziehen sie Konsequenzen daraus, dass sie nach mehr als sechs Jahrzehnten womöglich zum letzten Mal bei einer Nationalratswahl gemeinsam die 50-Prozent-Hürde übersprungen haben? Die Frage kann seriös frühestens nach Abschluss der nächsten Woche beginnenden Verhandlungen über eine Koalition beantwortet werden. Bis dahin dürfen sich unverdrossene Optimisten an einem kleinen, wirklich kleinem Hoffnungsschimmer delektieren.
Denn jetzt, in den Tagen der Zwischenzeit, nach dem (nicht wirklich abgewählten) Alten und vor dem (nicht wirklich herbeigewählten) Neuen gibt die von Heinz Fischer mit der Weiterführung der Geschäfte beauftragte Regierung überraschend ein Lebenszeichen von sich. Die Republik übernimmt 500 unkündbare Mitarbeiter von Post, Telekom und weist sie danach Ministerien zu. Die Koalition arbeitet also. Und sie korrigiert einen bisherigen Fehler, indem sie Postler nun flexibel einsetzbar macht und nicht sofort direkt einem Ministerium unterstellt. Wie gesagt, ein Hoffnungsschimmer. Man ist genügsam geworden.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2013)