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"Solo": James Bond kehrt zurück

Solo
Solo(c) beigestellt
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Der Schotte William Boydhat mit "Solo" einen klassischen Spionageroman ganz im Stil von 007-Erfinder Ian Fleming geschrieben.

Erst vor einem Jahr durfte US-Thriller-Autor Jeffery Deaver („Carte Blanche“) die Kultfigur des britischen Geheimagenten James Bond literarisch wiederbeleben. Deaver ließ 007 in der Jetztzeit gegen das Böse kämpfen, unter anderem mithilfe eines extra entwickelten i(Q)Phone.

William Boyd hingegen mag es historisch und knüpft in seinem neuen James-Bond-Roman „Solo“ fast nahtlos dort an, wo der 1964 verstorbene 007-Erfinder Ian Fleming aufgehört hat. Und der Schotte trifft Flemings Ton perfekt. Sein Buch liest sich wie eine logische Fortsetzung der erfolgreichen Serie. Wer James Bond nur als Filmfigur kennt, wird allerdings verwundert sein. Denn wie schon bei Fleming ist Bond bei Boyd nicht überlebensgroß. Der durchaus charismatische Agent wirkt verletzlich, weiß aber gleichzeitig seine Fähigkeiten mit der Lizenz zum Töten ohne Skrupel einzusetzen.

„Solo“ beginnt gemächlich und benötigt rund 100 Seiten, ehe sich das Agentenabenteuer so richtig entfaltet. Dann legt die Geschichte, die zu einem Großteil in einem fiktiven afrikanischen Land spielt, aber deutlich an Tempo zu.

Ab einem gewissen Zeitpunkt gilt: Nichts ist wie es scheint. Am Ende hat man ein spannendes, klischeefreies und politisches Buch gelesen, das dem Mythos James Bond neue persönliche Seiten abgewinnt. Angesichts all der Ermittler in Krimis, die momentan lieber zu kochen als zu ermitteln scheinen, verrät Boyd nicht ohne Ironie sogar das Geheimrezept einer „Salatsauce à la James Bond“. phu

William Boyd: „Solo“, übersetzt von Patricia Klobusiczky, Berlin Verlag, 365 Seiten, 20,60 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2013)