Die Commerzbank will den Vorstand verkleinern. Dem Vernehmen nach sollen die beiden Vorstände Ulrich Sieber und Jochen Klösges das Unternehmen verlassen.
Frankfurt/Main. Eigentlich wollte die deutsche Commerzbank ihren Vorstand von neun auf sieben Mitglieder verkleinern. Doch das Unterfangen scheint schwieriger als gedacht. Am gestrigen Montag dürfte eine entsprechende Abstimmung im dafür zuständigen Kontrollgremium gescheitert sein. Für die Abberufung wäre eine Zweidrittelmehrheit erforderlich gewesen. Ein zweiter Anlauf könnte bereits in vier Wochen erfolgen. Scheitert auch dieser, wäre es Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller möglich, die Entscheidung allein durchzudrücken.
Dem Vernehmen nach sollen die beiden Vorstände Ulrich Sieber und Jochen Klösges das Unternehmen verlassen. Sieber ist Personalchef des Geldhauses. Gegen seine Abberufung dürften sich die Personalvertreter im Aufsichtsrat ausgesprochen haben. Die Anteilseigner befürworteten den Abgang angeblich.
Knackpunkt scheint die Abfindung der beiden Manager zu sein. Einem Bericht der „Welt“ zufolge haben die beiden Vorstände je 2,8Mio. Euro verlangt, sofern sie freiwillig aus dem Unternehmen ausscheiden. Der Vorstand wie auch der Staat (der an der Bank beteiligt ist) zeigen sich aber nicht bereit, diese Beträge zu zahlen. Der Bankenrettungsfonds Soffin hat bei Vorstandsverträgen ein Vetorecht. Den Managern stehen bei einer Abberufung zwei Jahresgehälter als Abfertigung zu. Im Vorjahr haben sie jeweils rund 1,2 Mio. Euro verdient. (ag./red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2013)