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Frauen nicht wichtig genug? Spindelegger in der Kritik

Frauen nicht wichtig genug? Spindelegger in der Kritik
Frauen nicht wichtig genug? Spindelegger in der Kritik(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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In den Kernteams von SPÖ und ÖVP sind nur vier Frauen. Die Frauenbewegung der ÖVP ist gar nicht vertreten.

Wien. Auf weiblichen Rat wird in den Koalitionsverhandlungen nicht viel Wert gelegt. Obwohl das Kernteam mit 26 Personen rekordverdächtig groß ist, haben SPÖ und ÖVP gerade einmal je zwei Politikerinnen für die Gespräche nominiert. Das entspricht einer Frauenquote von 15,38Prozent.

Für die SPÖ verhandeln in der großen Gruppe Infrastrukturministerin Doris Bures und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, für die ÖVP Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Finanzministerin Maria Fekter. Während Bures (Zukunft), Heinisch-Hosek (Bildung) und Mikl-Leitner (Sicherheit) eine Untergruppe leiten, spielt Fekter nur die zweite Geige. Ihr Bereich, die Finanzen, wird in der ÖVP von Oberösterreichs Landeshauptmann, Josef Pühringer, geführt.

Die Frauenbewegung der ÖVP ist im Kernteam für die Verhandlungen überhaupt nicht vertreten, sie wird nur in die Arbeitsgruppen, also in den erweiterten Kreis, eingebunden. Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Frauenchefin Dorothea Schittenhelm am Dienstag: Scheinbar sei die Frauenbewegung parteiintern nicht wichtig genug. Sie nehme die Entscheidung zur Kenntnis, allerdings sei es „nicht in Ordnung“, dass alle Bündechefs im Verhandlungsteam vertreten seien, sie aber nicht: „Das tut ein bisschen weh.“

 

Schittenhelm verließ die Sitzung

Die Sitzung des Parteivorstands am Montag hat Schittenhelm daher noch vor der Nominierung der Verhandler verlassen. Die Einstimmigkeit, die Parteiobmann Michael Spindelegger danach verkündete, ist also relativ. Die ÖVP-Frauenchefin will nun „sehr genau beobachten“, wie die Themen Familie und Frauen verhandelt werden: „Wenn notwendig, werde ich mich auch zu Wort melden.“

Kanzler Werner Faymann und Spindelegger versprachen inzwischen eine höhere weibliche Beteiligung, wenn auch nur in den Untergruppen: „Da wird der Frauenanteil sicher anders aussehen als jetzt.“ (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2013)