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WM-Quali: Österreich besiegt Färöer ohne Glanz

oesterreich besiegt Faeroeer ohne
oesterreich besiegt Faeroeer ohne(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

Das ÖFB-Team gewann erstmals auf den Färöer, siegte 3:0. Eine Einigung mit Teamchef Koller auf einen neuen Vertrag scheint unwahrscheinlich.

Österreich und Färöer, das war bisher eine recht komplizierte Beziehung im Fußball. Ein Auswärtssieg war der rot-weiß-roten Nationalmannschaft zweimal nicht vergönnt, einmal hat es die unvergessliche Niederlage im schwedischen Landskrona gegeben, einmal hat es nur zu einem 1:1 gereicht. Und auch diesmal standen die Vorzeichen nicht gerade günstig, schließlich hatte die Mannschaft von Marcel Koller erst am Freitag alle WM-Träume beenden müssen. Am Ende aber reichte es immerhin zu einem 3:0-Sieg. So gesehen auch schon fast historisch. Auf Färöer zumindest einmalig.

Gespielt wurde im Stadion von Torshavn auf Kunstrasen. das Wetter spielte mit, die Temperaturen waren nicht widerlich, auch der Wind gönnte sich eine Pause. Die äußeren Bedingungen konnten daher nicht als Ausrede für eine schwache Leistung herhalten. Teamchef Marcel Koller stellte jedenfalls seine Elf gegenüber dem Duell in Stockholm auf einigen Positionen um. Im Tor ersetzte Heinz Lindner den etwas angeschlagenen Almer, Florian Klein verdrängte Italien-Legionär Garics, Veli Klavlak bekam den Vorzug gegenüber Junuzovic, Andreas Ivanschitz bekam an seinem 30. Geburtstag seine Chance (statt Arnautovic), Philipp Hosiner stürmte für den gesperrten Janko.

Was die Österreicher in Torshavn fabrizierten, das war mitunter nicht anzuschauen. Vor allem in der Abwehr wurde nach Noten gepatzt. Bei ruhenden Bällen des Gegners kam es immer wieder zu turbulenten Szenen im Strafraum der Österreicher. Einmal musste Kavlak sogar vor der Linie retten.

Frühe Führung – ein Geschenk

Spielerisch lief wenig beim Favoriten. David Alaba sollte das Spiel ordnen, der Bayern-Jungstar agierte offensiver als zuletzt, große Impulse aber konnte auch er nicht setzen. Weil zu viele Bälle leichtfertig verschenkt wurden, zu viele Spiele in die Mitte drängten. Auch Harnik nützte die volle Breite des Spielfeldes nicht, Ivanschitz auch nicht. Und Hosiner fehlte es an Durchschlagskraft.

Die Führung der Österreicher besorgte Andreas Ivanschitz. Der Spanien-Legionär brauchte dazu zwei Versuche – und einen Tormann, der es sehr gut mit ihm meinte. Die Chance war eigentlich schon vorbei, der Treffer fiel dennoch (16.). Aber so richtig Sicherheit gab das der Koller-Mannschaft nicht. Alles blieb Stückwerk, mit Fußball hatte das wenig zu tun. Beruhigende Wirkung? Fehlanzeige.

Die Entscheidung führten die Österreicher erst nach dem Seitenwechsel herbei. Zunächst war Sebastian Prödl zur Stelle (2:0, 64.), nur zwei Minuten später gab es nach einer Attacke an Martin Harnik Elfmeter. Eine Sache für David Alaba, der trocken und unhaltbar den Ball im Kreuzeck versenkte (3:0, 66.). Es war sein insgesamt sechster Treffer in dieser Qualifikation.

Poker und große Differenz

Erneut aufgenommen werden in den kommenden Tagen die Verhandlungen mit Marcel Koller. Durchgesickert ist, dass der Schweizer ein sehr lukratives Angebot hat, der deutsche Bundesliga-Klub bietet einen Vertrag bis Sommer 2016. Und mit einer Jahresgage von 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Beim ÖFB, so berichtet der „Blick“, sollen es nur 650.000 Euro sein. Die Differenz ist groß, für den Fußballbund unüberbrückbar. ÖFB-Präsident Leo Windtner aber gibt noch nicht auf. Der Poker geht weiter. Mit schlechten Karten.

Alle Ergebnisse im Überblick:

Gruppe A: Belgien - Wales 1:1 (0:0), Schottland - Kroatien 2:0 (1:0), Serbien - Mazedonien 5:1 (3:0).

Belgien qualifiziert, Kroatien im Play-off.

Gruppe B: Italien - Armenien 2:2 (1:1), Bulgarien - Tschechien 0:1 (0:0), Dänemark - Malta 6:0 (4:0).

Italien qualifiziert, Dänemark scheidet als schlechtester Gruppenzweiter aus.

Gruppe C: Färöer - Österreich 0:3 (0:1), Schweden - Deutschland 3:5 (2:1), Irland - Kasachstan 3:1 (2:1).

Deutschland qualifiziert, Schweden im Play-off.

Gruppe D: Türkei - Niederlande 0:2 (0:1), Rumänien - Estland 2:0 (1:0), Ungarn - Andorra 2:0 (0:0).

Niederlande qualifiziert, Rumänien im Play-off.

Gruppe E: Schweiz - Slowenien 1:0 (0:0), Norwegen - Island 1:1 (1:1), Zypern - Albanien 0:0.

Schweiz qualifiziert, Island im Play-off.

Gruppe F: Portugal - Luxemburg 3:0 (2:0), Aserbaidschan - Russland 1:1 (0:1), Israel - Nordirland 1:1 (1:0).

Russland qualifiziert, Portugal im Play-off.

Gruppe G: Litauen - Bosnien 0:1 (0:0), Griechenland - Liechtenstein 2:0 (1:0), Lettland - Slowakei 2:2 (0:2).

Bosnien qualifiziert, Griechenland im Play-off.

Gruppe H: England - Polen 2:0 (1:0), Montenegro - Moldawien 2:5 (0:1), San Marino - Ukraine 0:8 (0:3).

England qualifiziert, Ukraine im Play-off.

Gruppe I: Spanien - Georgien 2:0 (1:0), Frankreich - Finnland 3:0 (1:0).

Spanien qualifiziert, Frankreich im Play-off.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2013)