Schnellauswahl

Ausgebrannt: Wenn Arbeit krank macht

Wie hoch ist die Burnout-Gefährdung heutzutage? - Eine aktuelle Studie zeigt erschreckende Zahlen und analysiert, welche Maßnahmen Führungskräfte zur Prävention setzen.

Eine Studie, veröffentlicht vom Hernstein Institut für Managementund Leadership, befragte insgesamt 300 Führungskräfte von Großbetrieben (ab 100 Beschäftigten) aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigt, dass das Thema Burnout heutzutage eine zunehmend wichtige Rolle spielt.

Von den befragten Führungskräften berichten 54 Prozent von konkreten Burnout-Fällen in ihren Unternehmen. Maßnahmen zur Burnout-Prävention werden jedoch nur in 37 Prozent der Unternehmen umgesetzt. Oberste Priorität hat dabei immer noch die Sensibilisierung, denn Burnout ist keine eigenständig definierte Krankheit. Hinter den psychischen und physischen Symptomen kann eine Vielzahl von Krankheitsbildern stecken, die sich meist schleichend bemerkbar machen.

Einschätzung der Burnout-Gefährdung

Immerhin ein knappes Viertel bewertet die allgemeine Burnout-Gefährdung als eher hoch, vier Prozent sogar als sehr hoch. Die Burnout-Gefährdung der eigenen Mitarbeiter zum momentanen Zeitpunkt sehen drei Viertel der Führungskräfte weniger gegeben: 58 Prozent beurteilen sie als weniger hoch, 15 Prozent als gar nicht hoch.

Österreichische Unternehmen Spitzenreiter bei der Burnout-Prävention


37 Prozent aller befragten Unternehmen setzen konkrete Maßnahmen zur Burnout-Prävention. Hier lassen sich deutliche Länderunterschiede feststellen: Während in Österreich 46 Prozent und in Deutschland 40 Prozent der Unternehmen (ab 100 Mitarbeitern) aktive Präventivschritte setzen, sind es in der Schweiz nur 24 Prozent.

Erster Schritt: Sensibilisierung

Bei Unternehmen, die bereits Maßnahmen setzen, steht die Sensibilisierung durch Schulung von Führungskräften und MitarbeiterInnen mit 61 Prozent an erster Stelle. Österreich ist mit 69 Prozent der Spitzenreiter. Von rund 40 Prozent der Führungskräfte wird das Überdenken der Arbeitsorganisation genannt, gleichauf mit der Unterstützung von Teamprozessen. Das Führen von Anerkennungsgesprächen erachten 35 Prozent als wirksam, rund ein Viertel setzt auf die Kürzung des Arbeitspensums und den Abbau von Überstunden. "Burnout-Prävention kann nur gelingen, wenn sie von den Führungskräften selbst gelebt wird", meint Eva-Maria Ayberk, Leiterin des Hernstein Instituts.

(APA)