Constantia packt die Frankfurter Börse ein

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Die Vorbereitungen für ein Listing laufen auf Hochtouren. Es soll im Dezember erfolgen.

Wien. Vor drei Jahren hat sich die Constantia Packaging im Zuge des Verkaufs an den zu JPMorgan gehörenden Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) von der Wiener Börse verabschiedet. Jetzt kehrt die Nachfolgegesellschaft Constantia Flexibles (CFlex) an die Börse zurück. Das Comeback soll aber nicht in Wien, sondern in Frankfurt erfolgen. In Wien könnte eventuell ein Zweitlisting erfolgen, wie „Die Presse“ aus Finanzkreisen erfuhr.

Die Vorbereitungen des Verpackungskonzerns sind weit gediehen. Mit den Vorbereitungen wurden JPMorgan, Goldman Sachs und die Deutsche Bank beauftragt, hierzulande soll Raiffeisen mit von der Partie sein. Schon im November wird das Management dem Vernehmen nach auf Roadshow gehen und den Ausgabepreis ausloten (Bookbuilding). Das Listing könnte dann noch in Dezember erfolgen.

Bei CFlex wollte und konnte man keine Stellungnahme abgeben. „Wir wollen die Möglichkeiten des Kapitalmarktes nutzen, um weiter zu wachsen“, hatte Konzernchef Thomas Unger schon im Frühjahr gesagt.

Jüngst gab es zwar Spekulationen, dass die OEP, die rund 65 Prozent hält, bei ihrem geplanten Ausstieg auch andere Finanzinvestoren im Auge hat. CVC und EQT sollen auch Angebote gelegt haben. Aber OEP soll sich reserviert gezeigt haben, weil man hofft, beim Börsengang einen höheren Preis zu erzielen. Deshalb gilt der Börsengang (Initial Public Offering, IPO) als ausgemachte Sache. OEP, deren mittelfristiger Ausstieg von Anfang an klar war, könnte in einem ersten Schritt 30 bis 50 Prozent abstoßen.

Für die Wiener Börse wäre die CFlex, deren Wert auf 1,5 bis 1,8Mrd. Euro geschätzt wird, ein Schwergewicht. In Frankfurt gesellt sie sich jedoch eher in die Reihe der mittelgroßen Gesellschaften, weshalb eine Notierung im MDax in Analystenkreisen als wahrscheinlich gilt.

Nummer vier weltweit

CFlex stellt flexible Verpackungen aus Alufolie unter anderem für die Nahrungsmittel- und die Pharmabranche her – von den Deckeln für Joghurtbecher über die Folien für Mozartkugeln bis zu Tablettenhülsen. In Europa ist der Konzern nach eigenen Angaben die Nummer zwei, weltweit die Nummer vier. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren durch Zukäufe zu einem Konzern mit 7000Mitarbeitern entwickelt. In den nächsten zwei Jahren peilt es zwei Mrd. Euro Umsatz an, zuletzt waren es 1,7 Mrd. 2012 lag der operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) bei 188 Mio. Euro.

Zuletzt wurden Firmen in Indien, Mexiko und den USA zugekauft. Außerdem wurde eine Niederlassung in Dubai gegründet. Von dort sollen die Wachstumsmärkte im Mittleren Osten, in Asien samt Russland sowie Afrika für den Bereich Nahrungsmittelverpackungen erschlossen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2013)

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