Wenn man es freundlich sehen möchte, könnte man sagen: Es war halt ein guter Vorsatz. Und gute Vorsätze sind dazu da, schlussendlich gebrochen zu werden. So auch die Selbstbeschränkung der Parteien, im Wahlkampf nicht mehr als sieben Millionen Euro auszugeben. Laut ersten Berechnungen liegt das Team Stronach bereits weit und die SPÖ knapp über dieser Schwelle. Dies, obwohl in diesen Berechnungen noch eine Reihe von wichtigen Kostenpositionen fehlt, so Experten.
Wirklich überraschend ist dies nicht. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Sieben-Millionen-Obergrenze an einen schweren Raucher erinnert, der von einem Tag auf den anderen aufhören will. Denn bei der letzten Wahl zu einem regulären Termin im Jahr 2006 gaben SPÖ und ÖVP noch 14,5 und 17,3 Millionen Euro aus.
Für die Übertretungen soll es laut dem im Vorjahr beschlossenen Gesetzespaket nun eine Geldbuße von bis zu 20 Prozent des Übertretungsbetrages geben. Die Parteien werden's verkraften. Sie haben sich ja praktischerweise im gleichen Paket auch eine Verdoppelung der Parteienförderung gegönnt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2013)